Erfahrungsbericht

Daniel - 14 Tage in der Dunkelheit

Psychiater und Bildhauer

aus der Schweiz

Von den Dunkelretreats habe ich vor ca sechs Jahren durch einen Meditationslehrer erfahren. Damals beschäftigte mich die Frage, ob ich meine psychiatrische Praxis im Alter von 71 Jahren aufgeben dürfe, aber auch jene um Leben und Sterben. Mit dieser Problematik ging ich in mein erstes Dunkelretreat bei Gertrud Niehaus. Ich hatte grossen Respekt, um nicht zu sagen Angst, vor der Erfahrung von elf Tagen Alleinsein in der Dunkelheit. Es waren nicht nur angenehme Erfahrungen, die sich mir zeigten, aber immer fühlte ich mich von einer tiefen Liebe getragen und beschützt. Letztlich begegnete ich ja immer nur mir selbst und bin mir auch im Alltag nicht immer nur leicht erträglich. Trotzdem erlebte ich viel mehr, als ich mir mit meinem beschränkten Normalbewusstsein hätte vorstellen können. Die Dunkelheit erfuhr ich als Spiegel meiner selbst und war immer wieder erstaunt über die Stimmigkeit und Intelligenz des Erlebten. Inzwischen sind zwei weitere Dunkelretreats dazugekommen und ich freue mich auf das nächste im Herbst diesen Jahres.

Aus Gertrud Niehaus spricht tiefe Lebens- und Seinserfahrung, gepaart mit fundiertem psychologischem Fachwissen.

Bei allem Auftauchen von mythischen und mystischen Inhalten bewahrte sie viel Nüchternheit und Bodenständigkeit. Nie glitt sie in seichte Esoterik ab. Es gab keine Situation, in der ich mich von ihr nicht verstanden und gehalten fühlte. Dort wo ich mich hinbewegte, war sie schon. Eine echte Seelenbegleiterin bei der Begegnung mit meinem Selbst oder wie man das Namenlose immer nennen will. Dabei beeindruckte mich immer wieder ihre tiefe Menschlichkeit, ihr Respekt vor dem Gegenüber, vor der anderen Meinung und vor allem ihr grosser Humor. Wir haben bei aller Ernsthaftigkeit viel gelacht zusammen. Ich kann Gertrud jedem/jeder ernsthaft Suchenden wärmstens empfehlen.

Mit herzlichen Grüße, Daniel

Erfahrungsbericht

Raphaela - 7 Tage in der Dunkelheit,

Mai 2019

Das Unbeschreibliche in Worte fassen zu wollen fühlt sich schon fast vermessen an, aber ich will es dennoch versuchen, Dir liebe Gertrud ein Feedback zu geben über meine erste Erfahrung mit vollkommener Dunkelheit.

In letzter Zeit meldete sich in mir eine unbestimmte Sehnsucht nach Dunkelheit, tiefer Stille und konsequentem Rückzug aus dem Alltag. Und mit der Zeit manifestierte sich dieses vage Gefühl zu dem konkreten Vorhaben ein Dunkelretreat zu buchen.

Ich fand über einen kurzen Umweg auch recht schnell deine Webseite und wusste sofort, dass ich angekommen war.

Also buchte ich kurzentschlossen 8 Tage Dunkelheit bei dir im Blockhaus irgendwo in der Lüneburger Heide an einem Ort, von dem ich nie zuvor gehört hatte und ich hatte auch kaum eine Vorstellung davon, was mich in dieser Woche erwarten würde.

Ich versuchte mich auf das Unbekannte einzustimmen, indem ich schon zu Hause dazu überging – wann immer es irgendwie möglich war - dem Rhythmus der Natur zu folgen und abends kein Licht mehr anzumachen. Schon hier vertiefte sich auf wundersame Weise meine innere Verbindung zu mir selbst und zu Mutter Erde. Wie weit sich dieser Prozess in absoluter Dunkelheit noch fortsetzen sollte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erahnen.

Am Tag meiner Ankunft hatte ich dann bei einem ersten persönlichen Gespräch mit dir Gelegenheit wichtige Dinge zu erfahren, wie genau diese Woche ablaufen sollte. So gerüstet begann ich dann mein Experiment „Dunkelheit“.

Der Raum in der Blockhütte war liebevoll und einladend vorbereitet. Neben einem Bett gab es auch eine kleine, gemütliche Rückzugsecke mit schönen großen Kissen und Yogamatten, die ich später so gern zur Meditation benutzte. Das Bett war mit wunderschöner Bettwäsche bezogen, die das Gefühl von Geborgenheit ausstrahlte - auch wenn ich sie später in der Dunkelheit nicht mehr sehen konnte - und auf einem kleinen Tisch in der Ecke waren bereits verschiedene Getränke für mich bereitgestellt, die in der Fastenzeit für mein leibliches Wohl sorgen würden.

Ich versuchte mir alles genau einzuprägen und eine Art System für mich auszudenken, wie ich mich in diesem - betörend nach frisch geschlagenem Holz duftenden - Zimmer zurechtfinden würde. Wohin würde ich meine Kleidung legen, die ich tagsüber tragen wollte und wo würde ich meinen Schlafanzug deponieren? Wie würde ich im Dunkeln meine Zahnbürste finden? Wo sollte mein Kamm liegen? Wie würde ich wissen, wann die Schüssel mit der Suppe gefüllt ist und sich diese nicht eventuell auf den Boden ergießen würde? Was für lächerliche kleine Fragen, die plötzlich große Wichtigkeit erlangten und schon in diesem Moment meinen bisherigen Alltag ein Stück weit zurückdrängten. So langsam ordnete sich aber alles und ich fühlte mich gewappnet den großen Schritt zu wagen und das Licht im Blockhaus für 8 Tage zu löschen und mich damit dieser aufregenden Erfahrung ganz hinzugeben. Eingehüllt in die Dunkelheit und die Süße des Nichtstuns blieb tatsächlich nichts mehr übrig, als den Prozessen des Seins nachzuspüren und mich in der großen Kunst des Loslassens zu üben.

Welch ein Genuss von unendlicher Freiheit keinem Zwang mehr unterworfen zu sein! Und zugleich welch eine immense Herausforderung diesen Genuss annehmen und in vollen Zügen leben zu können. Schlafen, wenn mir nach Schlafen war und dabei zu entdecken, das sich unablässig das schlechte Gewissen ob dieser „Faulheit“ meldete und Bedenken äußerte. Sollte ich nicht lieber die Zeit nutzen und mich zur Meditation hinsetzen, um

auf meinem spirituellen Weg weiter voranzuschreiten?

Die Weisheit meines Körpers erwies sich wieder einmal als perfekter Lehrmeister und führte mich schließlich wie von selbst in die Stille, die ich gesucht hatte. Anfangs jedoch wählte ich immer wieder den Rückzug in den Schlaf, so groß war die Erschöpfung vom Alltag.

Nach einiger Zeit nutzte ich aber dann immer öfter meine gemütliche Ecke, um in der Stille zu sitzen und meinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Am ersten Tag war ich überrascht, wie mein Unterbewusstsein auf Hochtouren arbeitete und mir im Schnelldurchlauf die verschiedensten im Meer des Vergessens plötzlich aufgetauchten

Episoden meines Lebens präsentierte. Auch am nächsten Tag bombardierte mich mein Geist mit all den aktuellen Themen, vor denen ich gern in die Dunkelheit geflohen wäre und nun holten sie mich wieder ein. Es gab kein Entrinnen, alles wollte noch einmal angeschaut werden, bevor dann am dritten Tag endlich die ersehnte Ruhe einzukehren schien und sich Gedanken immer spärlicher zeigten. Stille.

Die alltäglichen Verrichtungen im Dunkeln erwiesen sich als unproblematisch. Bald wusste ich intuitiv, wann ich bei der Badezimmertür angekommen war, das Duschen im Dunkeln entpuppte sich als eine unerwartete Wonne für die Sinne und auch meine Zahnbürste konnte sich trotz der Dunkelheit nicht verstecken. Meine Ohren waren nach

2 Tagen im Lauschen richtig geübt und so wusste ich genau, wann die Suppenschüssel gefüllt war ohne auch nur einen Tropfen der köstlichen Mahlzeit an den Fußboden zu verschenken.

Schon nach kurzer Zeit zeigte sich vor meinen geschlossenen Augen ein vorher noch nie gesehenes Leuchten, was mich permanent begleitete. Mehrmals ertastete ich meine Augenlider um zu prüfen, ob diese tatsächlich geschlossen waren.

Und wahrhaftig war ich in dieser undurchdringlich erscheinenden Dunkelheit treu umgeben von einem magisch türkis-blauen Licht, welches meinen inneren Raum erhellte.

Von Tag zu Tag offenbarten sich mir mehr Details dieser anderen Welt, in die ich durch die Dunkelheit hindurch eingetreten war. Ich fand mich in einem Reich wieder, dessen mit großen und kleinen, woll-weichen Noppen übers.ten, blau-grün leuchtenden Wände sich immer wieder verschoben, anscheinend mal mehr und mal weniger Platz für mich einräumend. Und in dem Maße, wie sich mein innerer Raum weitete, dehnte sich auch die Zeit ins schier Unendliche. Mir wurde die Gnade zuteil immer wieder in einen Zustand eintauchen zu dürfen, in dem es nur noch Staunen gab, wo Raum und Zeit nicht mehr existierten.

In tiefer Versunkenheit nahm ich mehrmals wahr, wie mein Körper von unsichtbaren Wesen zersägt oder in Stücke gerissen wurde und wie sich im nächsten Augenblick das atemberaubende Panorama einer unbekannten Welt einladend vor mir ausbreitete.

Zu anderer Gelegenheit erlebte ich mich als ein in einer liebevollen Hülle sicher und fest eingeschlossenes Samenkorn, tief in der Erde schlummernd und darauf wartend von göttlichem Licht nach oben getragen zu werden, um endlich die feste Hülle sprengen zu können und mich - als Pflanze geboren – für die Umarmung mit dem leuchtenden Firmament des Himmels emporwachsen zu sehen.

Tief in den Boden hinein wuchsen meine Wurzeln, die aus meinem Körper heraus nach unten in den 

schwarzbraunen Boden drängten und gleichzeitig spürte ich meinen Scheitel unablässig nach oben zum Licht streben, während aus meinem Rumpf und meinen Armen zarte Zweige mit samtig-grünen Blättern wuchsen. Mit jeder Faser meines Körpers erlebte ich mich in diesem Moment als Pflanze, meine menschliche Natur während dieser Erfahrung nicht mehr existierend.

Das alltägliche Prozedere der Mahlzeiten, das Lauschen auf den Klang der nahen Kirchenglocken im Dorf und die Geräusche auf der Straße brachten mich immer wieder in die Blockhütte zurück, sorgten für die nötige Erdung. Unterstützend waren dabei auch die wertvollen Gespräche mit Dir, deren flexible Handhabung ich als sehr wohltuend empfand.

Ich erinnere mich, wie sehr mich am 6. Tag die Langeweile plagte und wie schnell sie auch wieder verflog, als es mir gelang mich ganz in dieses Gefühl hinein zu entspannen.

Und ich spüre auch jetzt noch immer meine kindliche Ungeduld und Vorfreude, mit der ich den Augenblick erwartete, wo ich die selbstgewählte Dunkelheit wieder verlassen würde.

Am letzten Tag nahm ich mir viel Zeit mich von der Dunkelheit zu verabschieden, von allem, was mich auf meiner Reise begleitet und was ich in mein Herz geschlossen hatte.

Der Raum in der Blockhütte war zu meinem Freund geworden, jeder einzelne Holzbalken wusste von meinen Erlebnissen, auch das Schaffell, was so oft meine Fü.e liebkost und gewärmt hatte.

Endlich öffnete ich dann etwas zögerlich die Tür zur Außenwelt und überlie. meinen Körper und meine Sinne dem Erleben im gleißend-hellen Sonnenlicht. Welch ein Funkeln und Glitzern mich dabei empfing, können meine Worte nur spärlich wiedergeben. Die Erde präsentierte sich in einem Gewand aus Milliarden winziger Kristalle, als wenn am Himmel soeben ein riesiger Spiegel in unendlich viele, winzige Splitter zerborsten wäre und sich diese in einer fein gewebten Hülle über die Erde gelegt hätten. Das Grün der Bäume war grüner als je zuvor von mir wahrgenommen, die unglaubliche Farbenpracht des Lebens betörte mein Sinne und rührte mich zu Tränen der Freude.

Nie erlebte Glückseligkeit durchströmte meinen Körper und ließ mich in tiefster Liebe, Dankbarkeit und Demut vor der Schöpfung niederknien.

 Vom Anfang bis zum Schluss stimmte für mich einfach alles
Eindrücke und Erfahrungen zu meinem ersten Dunkel-Retreat

Ich bin Cornelia Rottmann, 66 Jahre alt, Trainerin für Supervision, Mediation und Coaching an der Kieler Uni.

Obwohl ich seit vielen Jahren auf dem inneren Weg bin, hatte ich bis vor kurzem noch nie von der der Möglichkeit eines Dunkel-Retreats gehört. Als ich „zufällig“ davon erfuhr, fühlte ich mich einerseits sofort angezogen, andererseits auch bange und unbehaglich bei der Vorstellung, diverse Tage allein in kompletter Dunkelheit zu verbringen. Welche belastenden Gefühle und Erinnerungen würden aus dem Unbewussten an die Oberfläche gespült? Wie würde ich diese Erlebnisse verarbeiten?

Da die Faszination überwog, informierte ich mich genauer über Dunkel-Retreats und fragte schließlich per Mail bei Gertrud Niehaus an, ob ich über die Jahreswende für 7 Tage und 8 Nächte kommen könne. Umgehend bekam ich die Antwort, dass sie den klaren Impuls verspüre, mir den Aufenthalt zu ermöglichen und gerade dabei sei, in ihrem Garten eine speziell für Dunkel-Retreats konzipierte Blockhütte bauen zu lassen.

(Später erfuhr ich, dass die Hütte am Abend des 26. Dezember, nur einen Tag vor meiner Anreise, fertig geworden war. Zwei Helfer hatten beschlossen, zwei Tage länger als vereinbart zu bleiben, um die letzten Arbeiten rechtzeitig abzuschließen und mir den Aufenthalt zu ermöglichen. Ich bin den beiden Männern für ihren Einsatz dankbar. Dadurch hatte ich das Privileg, die erste zu sein, die in der schönen Blockhütte wohnen durfte.)

Diejenige, die diese Tage zu einer der besonders wertvollen, herausragenden Zeit meines Lebens werden ließ, ist indes meine Begleiterin Gertrud Niehaus.

Bereits die kurzen Mailkontakte und die beiden Telefonate im Vorfeld waren unkompliziert, offen und sympathisch, ebenso der freundliche Empfang auf dem Lüneburger Bahnhof. Meine anfängliche Anspannung ließ schnell nach als mir deutlich wurde, dass ich in Gertrud eine weise Frau an meiner Seite habe, die seit über 20 Jahren profunde Erfahrung hat in der Begleitung von Menschen während eines Dunkel-Retreats.

Der erste Eindruck hat sich anschließend nur noch bestätigt und vertieft. Ich fühlte mich während meiner Zeit im Dunklen rundum exzellent versorgt, gleichermaßen körperlich wie mental und seelisch.

Dass hier eine Frau am Werk ist, die weiß, was sie tut, spiegelt sich bereits in der Einrichtung der Hütte wider. Alles, was der Mensch in kompletter Dunkelheit braucht ist da, und nichts darüber hinaus: Ein kleiner, gut beheizter Raum nebst Badezimmer, ein gemütliches Bett, ein bequemer Schaukelstuhl mit Fußteil, eine Yogamatte, ein Meditationskissen, genügend warme Decken und Kissen. Zudem ein Tischchen mit einer großen Thermoskanne Gemüsesuppe, einer weiteren Thermoskanne Kräutertee, einer Suppenschüssel, einem Becher, einer Flasche Wasser und einer Küchenrolle. (Letztere erwies sich keinesfalls als überflüssig, da es anfangs gar nicht so einfach ist, sich ohne zu kleckern Tee und Suppe einzuschenken.)

Jeden Vormittag gegen 10.00 Uhr  kommt Gertrud zu einem einstündigen Gespräch zu mir in die Dunkelheit. Sie bringt die aus Biogemüse frisch gekochte Suppe und den Tee mit. Ich kann so viel davon bekommen wie ich möchte. (Noch nie habe ich dermaßen angenehm gefastet wie mit diesen köstlichen Suppen.) 

Die täglichen langen Gespräche morgens wie auch die kürzeren am Abend genieße ich sehr. Es ist ein Austausch auf Augenhöhe, der mich inspiriert und beglückt. Fragen und Themen, die während der langen Stunden des Alleinseins aufgetaucht sind, kann ich im Gespräch vertiefen oder klären. Die Deutung meiner Träume, die viel intensiver sind als sonst, empfinde ich als ungemein erhellend. 

Auf meinen persönlichen Prozess während dieser Woche werde ich hier nicht näher eingehen. Nur so viel sei gesagt: Anders als vorher befürchtet, hatte ich zu keinem Moment Gefühle von Angst, Beklemmung oder gar Panik. Im Gegenteil breiteten sich im Laufe der Woche immer stärker Empfindungen der Heiterkeit, Zufriedenheit und der tiefen Ruhe aus, während gleichzeitig die Gedanken langsamer wurden. Das Sitzen in Stille und absoluter Muße war für mich eine ebenso ungewöhnliche wie außerordentlich wohltuende Erfahrung. 

Inzwischen bin ich erholt und gestärkt in meinen quirligen, arbeitsreichen Alltag zurückgekehrt. Noch begleitet mich ein Unterstrom von Stille. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt  diese Grundgestimmtheit aufrecht zu erhalten. Was ich indes sicher weiß ist, dass es – in dieser Umgebung mit dieser Begleiterin - nicht mein letzter Dunkel-Retreat war.

Aus eigenem Erleben kann ich die Sorgen und Befürchtungen, die der Entscheidung für solch einen herausfordernden  Rückzug von der Welt eventuell vorangehen, gut nachvollziehen. Wenn Sie zögerlich sind und den Eindruck haben, dass  es für Sie sinnvoll sein könnte, über Ihre Bedenken mit einem „Dunkel-Retreat-Neuling“ zu sprechen, mailen Sie mir oder rufen Sie  mich an. (Gertrud Niehaus hat meine Kontaktdaten.)

Saskia John, die Autorin des Buches

"Grenzerfahrung Dunkelretreat",

durfte ich im Sommer 2016, 26 Tage bei mir im Haus, durch die Dunkelheit begleiten.

Saskia:

"Der letzte Dunkeltag gipfelte in einer sehr tiefen Erfahrung. Es schien mir, als ob die vorherigen 25 Tage wie eine Vorbereitung darauf waren. Ich kam in Kontakt mit uralten,weiblichen,archetypischen Kräften, die im Dunkel des Urmeeres gefangen gehalten wurden. Ich befreite diese Kräfte und kam in Kontakt mit einer riesigen Krake. Ich schaute sie an und sie schaute mich an. Es war ein Austausch von Auge zu Auge. Aus den Augen der Krake floss uraltes Wissen und unsagbare Güte zu mir. Ich war sehr ergriffen und berührt. Ich wusste,das diese Weisheit auch ich bin und nahm wahr,das das eine Auge tausend Augen hat. Das Erkennen und das Erkannte,das Schauende und das Geschaute waren eins. Das habe ich klar gefühlt.Ich erkannte,das es egal ist, was ich mache-es geht darum, dass ich diese Qualitäten in die Welt bringe:".

Gertrud:

Diese Weisheiten können nur aus dem Herzraum kommen. Die Dunkelheit öffnet den heiligen Raum des erwachten Herzens. Hier" träumen" wir von einer neuen Welt, in der unsere Probleme unbekannt sind. Das Herz weiß genau, wie wir handeln müssen ohne unseren Verstand einzuschalten. ES MACHT KEINEN SINN ÜBER KRIEG UND VERSCHWÖRUNG NACHZUDENKEN und wie wir einen Krieg beenden können.Veränderung ist nur möglich, wenn wir in unserem Herzen in Balance sind und je mehr Menschen das wissen, um so mehr können wir verändern. Wenn wir in den heiligen Raum des Herzens gehen,sieht und fühlt man die gesamte Welt.
Eine große Zahl der indigenen Völker dieser Erde, ihre Führer, ihre Schamaninnen, Medizinmänner, Medizinfrauen machen nur eins:sie warten darauf, dass wir aufwachen und das wir uns daran erinnern, wer wir sind und warum wir hierher gekommen sind. Und das wir uns nicht mehr von unserem Verstand leiten lassen, sondern das unser Herz die Kontrolle über alles erringen darf.
Liebe und Mitgefühl bleiben und dafür danke ich Saskia. Es war mir eine Freude dich durch die Dunkelheit begleiten zu dürfen. Ich erinnere mich an viel Humor,große Tiefe, Ausdauer, Forscherdrang und immer wieder dein Lachen aus dem Herzen.

Saskia:

Ich danke dir liebe Gertrud, für deine liebevolle Begleitung, dein Dasein, dein aufmerksames Zuhören, dein Mitgehen mit meinem Prozess und deine Bilder, die in dir entstanden waren, während ich dir von meinen Erfahrungen berichtete und die meinen 26 -Tage -Prozess parallel begleiteten, bestätigten. vertieften und unterstützten. Und ich genoss jeden Tag deine leckere, wärmende, nahrhaft, selbst gemachte Gemüsebrühe während meiner Fastenzeit. Ich fühlte mich mütterlich umsorgt und sehr geborgen in deinem Haus, umgeben vom Klingen des Glockenturmes und dem bunten Vogelgezwitscher. Es war, als würde sich mein Prozess in deine weibliche Fürsorge und die natürliche Umgebung harmonisch eingebetet haben, so das genau DAS stattfinden konnte, was ich während des Dunkelprozesses erfahren durfte.
In tiefer Verbundenheit,Dankbarkeit und Vorfreude auf vielleicht mal 49 Tage…..

Buchempfehlung: Saskia John "Grenzerfahrung,Dunkelretreat" in den Tiefen der Seele

„Nach extremen Schweige-Zen-Sesshin -Erfahrungen in meiner Jugend mit streng-fast militärisch-durchstrukturierten Tagesabläufen und höllisch schmerzenden Gliedern, empfand ich diesen Weg als einen rein weiblichen Initiationsweg: Schwangerschaft und Geburt. Eine Geburt des Neuen, eine Geburt hinein in das göttliche Einheitsfeld, in liebevolle Hingabe an jeden Moment. Die Geburtswehen waren die Gedankenlawinen der ersten Tage, die über mich und durch mich hindurch rollten. Irgendwann strömten nur noch köstlicher Duft, Klang und Licht aus höheren Räumen aus mir heraus und in mich hinein, und die Stille empfing mich, wie ewiger Raum. Geboren im Schoß der großen Mutter :"Ich bin, ich schwimme in einem Meer von Liebe, ich bin Liebe verbunden mit der Quelle“.

Dorothea J.May

Gespräche in der Dunkelheit

Gertrud:

Du warst nun 3 mal in der Dunkelheit d.h. dies ist das 3. Dunkelretreat.
Was motiviert dich für 14 Tage in die Dunkelheit zu gehen?

Ambet:

Es ist für mich eine innere Reise. Ich suche nicht alles im äußeren. Ich bin gespannt auf alles, was ich so in meinem Inneren in der Dunkelheit antreffe. Ich lerne in der Dunkelheit mit den guten Seiten in mir aber  auch mit den Schattenseiten in mir in Kontakt zu kommen. Ich erkenne in der Dunkelheit, wo bin ich im Frieden, wo kann ich Lebensthemen von mir schon ruhen lassen und was will noch angeschaut werden.

Gertrud:

Was hattest du dir als Thema für diese Dunkelretreat gewählt?

Ambet:

Da kamen große Thema in Gang, die beim letzten mal in der Dunkelheit schon aufgetaucht sind. Ich denke, ich habe dieses Mal zu diesem bekannten Thema den Teig so richtig durchgeknetet. Jetzt bin ich an diesem Punkt angelangt, das ich zu diesem Thema Frieden schließen kann.

Die Aggressionen, die ich am Anfang des Retreats hatte und auch die Verzweiflung, das alles  ist nicht mehr da. Ich habe es angeschaut, bearbeitet, von allen Seiten beleuchtet und eben auch angenommen und das hat zu einem großen Frieden geführt in meinem Inneren.

Gertrud:

Wie anderes erlebst du die Konfliktbearbeitung in der Dunkelheit als in deinem Sessel z.B. zu Hause?

Ambet:

Es ist jedes mal anders. Die Erfahrung ist davon abhängig wie viel du schon an einem Thema gearbeitet hast und wie weit du selbst schon damit gekommen bist. Dementsprechend wirst du auch eine bestimmte Zeit in der Dunkelheit brauchen. Diese Themen habe ich schon intensiv und mehrere Male bearbeitet und nicht nur in der Dunkelheit. Aber was anders ist in der Dunkelheit als zu Hause im Sessel die Themen zu bearbeiten ist allein schon die Intensität, die Dichte der Themen, die in den ersten 3-4 Tagen hoch kommen. Das Gehirn rast wie gerückt in der Zeit -es  redet und redet und redet.
Dadurch das die äußeren Reize nicht da sind Licht und alles andere an Ablenkungen nicht da ist, hat der Verstand irgendwann nichts mehr zu  tun. Er kann sich an nichts mehr festhalten. Ich schaffe es auch nicht in den ersten Tagen des Retreats einem Gedanken zu folgen -alles sind  Gedankenfetzen.

Gertrud:

Du spürst wie flüchtig Gedanken sind.

Ambet:

Ja, Gedanken sind vollkommen flüchtig und die immer wiederkehren zu einem Thema kann man nicht verfolgen. Sie ergeben einfach keinen Sinn. Alles rast im Kopf  wie eine Herde Pferde, die völlig unkontrolliert über eine Steppe rennen. So sehe ich es. Nach ein paar Tagen senkt sich dann eine Ruhe über diesen gedanklichen Prozeß und dann verlieren sie sich zu einem Thema  ganz oder sie werden viel ruhiger und zielgerichteter. Dann kann man den einzelnen Gedanken nehmen, ihm folgen und ihm eine Richtung geben. Dazu werden dann auch Gefühle freigegeben. Man kann dann wirklich in die Tiefe gehen und schauen, was da noch hochkommen möchte. Es wird dann  möglich einem Weg zu folgen, den man sich z.b. vorgenommen hat. Am Anfang  des Retreats ist so etwas gar nicht möglich.

Gertrud:

Du sagtest, du hast in den 3 Retreats ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ist das so?

Ambet:

Wie ich dir berichtet habe, hatte ich mir im 1. Retreat eine Christuserfahrung gewünscht. Dabei habe ich mich während des gesamten  Retreats immer himmelwärts bewegt. So kam dann auch das Licht, was ich als Christuslicht bezeichne. Ich habe es empfangen. Ich kann natürlich nicht sagen, das es das Christuslicht ist, doch habe ich es so gesehen und was mir auch viel Heilung gebracht hat.

Im 2. Retreat bei dir Gertrud, ging die Bewegung genau umgekehrt. Ich öffnete mich nach unten. Die Bewegung ging zur Mutter Erde hin. Von ihr kam dann auch eine große  Heilung. Der gesamte Prozeß war dann auch sehr dunkel, schwarz, warm und  einhüllend. Jetzt beim 3 .Retreat bei dir war es so, das ich mich die ganze Zeit so gefühlt habe als ob ich in der Mitte bin. Ich bin in einer Höhle, der Prozeß ist warm, dunkel und einhüllend, umarmend und beschützend. Ich wandere nicht nach unten und auch nicht nach oben, sondern ich bin auf der Ebene der Mitte. Es ist eine ganz starke, heilende Energie um mich herum und auch in mir. Ich spüre die Heilung mehr als eine Vereinigung von oben und unten. Es ist nicht diese ganz dunkle Heilung und auch nicht das Licht, was so von oben kommt und so sanft berührt, sondern es ist eine Umarmung, die ist ganz leicht, sanft, angenehm und einfach fantastisch schön.

Gertrud:

Ich spüre dich so ganz präsent. Weit nach unten und oben geöffnet und so ganz da in der Mitte

Ambet:

Die täglichen Gespräche mit dir Gertrud tragen enorm dazu bei, das alles  viel klarer wird, das die Gedanken sich kristallisieren. Ich höre auch die Worte, die du sprichst viel klarer, viel deutlicher, viel klingender, viel schärfer auf einen Punkt gebracht. Die Worte werden nicht durch optische Reize abgelenkt.
Ich nehme die Worte  durch alle Kanäle auf und auch die eigenen Worte nehme ich durch diese  Kanäle wahr. Die Worte klingen auch in den Zellen, sind im Körper spürbar.

Gertrud:

Was erfährst du zwischen den Gesprächen? Liegst du da und schläfst?

Ambet:

Bei mir ist das oft so, das die Tagesenergie in der Dunkelheit ganz anders  fühlbar ist als die Nachtenergie. Am Tag kuschele ich mich in die Betten ein, fühle mich wohl, spüre meinen Gedanken nach, träume, dämmere und schlafe. Es gibt z.b. Phasen in der Nacht, wo die Energie ganz anders ist. Die weckt dann ganz andere Geister in mir. Da werde ich mir in der Dunkelheit dann ganz klar, was verfolgt mich, was für Dämonen jagen mich, was für Worte, was für Sätze verfolgen mich, was für Gedanken sind besitzergreifend und besitzend. Ich fühle mich dann auch manchmal  besessen von solchen Gedanken. Das tritt sehr oft in der Nacht auf im  Retreat. Hier kann ich dann diese Gedanken ganz anders klar beobachten.

Nicht das das angenehm ist. Hier kann ich dann erforschen, wo sind Bereiche, wo ich viel Defizite habe, weil diese Besessenheit genau in diesen Bereichen auftritt. Heute Nacht war ich wachgelegen und war auch ganz ruhig. In den Nächten vorher war das ganz anders. Meine Gedanken nahmen fast Besessenheitscharakter an. Ich schaukle dann im Stuhl, singe Mantren um  mich zu beruhigen. Sehr häufig kommt es dann zu sehr konstruktiven Prozessen. Manchmal schlafe ich dann auch wieder ein und kann dann am  Morgen mit dir Gertrud, im Gespräch, diesen konstruktiven Faden gleich  wieder aufnehmen, manchmal darüber sprechen, manchmal stärker klären. So  verläuft ungefähr die Nacht und der Tag in der Dunkelheit. Die große  Klarheit, die ich hier erlange, kommt wohl aus meiner Seele, doch auch aus dem Universum und aus der Mutter Erde. Ich glaube, das alles zusammen hängt, da wir uns über unser Herz mit  der Mutter Erde und dem Himmel zu einer Energie verbinden. Aus dieser Verbindung kommt dann die Klarheit, die sehr viel stärker ist als die  Klarheit, die ich z.b. aus einer Therapiesitzung kannte. Es ist eine  gewachsene Klarheit, die wie ein Baum gewachsen ist, die Saat ist  aufgegangen und daraus ist ein Baum gewachsen. Es ist auch gar nicht nötig ,das man in der Dunkelheit Übungen ausführt. Im Alltagsleben meditiere ich regelmäßig. Hier in der Dunkelheit "bin ich, also brauche ich keine Übungen um zu sein, da ich ja bin."

Gertrud:

Danke für das Gespräch!

Christian war 5 mal bei mir in der Dunkelheit,

jeweils für 7, 10, 10, 10 und 9 Tage. 

 

Gertrud:

Warum hast du die Dunkelheit gewählt?

Christian:

Ich mache schon einige Jahre Meditation und habe den Eindruck mit Mediation nur kleine Schritte machen zu können. Es gab die Besonderheit, das ich in einem Kloster von einer anderen Person von der Dunkelheit gehört  habe. Von dieser Möglichkeit habe ich mich sofort angesprochen gefühlt.  Dann habe ich mich gleich entschieden in die Dunkelheit zu wollen, wenn  es denn so eine Möglichkeit gibt. Ich habe dann für mich die Angebote  geklärt, die es in Deutschland gibt ein Dunkelretreat machen zu können  und habe mich dann entschieden bei dir Gertrud anzufragen.

Gertrud:

Welche Erfahrungen waren für dich die Wesentlichen?

Christian:

Meine  wesentlichen Erfahrungen waren: Eine ganz andere Dimension zu  erfahren, eine ganz, ganz hohe Intensität und die Begegnung mit der persönlichen Angst. Die war sehr, sehr groß. Doch gleichzeitig mit dem  Angstgefühl war da eine Erfahrung des vollkommenen Getragenseins. Das waren so die ersten Erfahrungen. Dazu kommen Begegnungen, die ich vorher Überhaupt nicht kannte.

Gertrud:

Was kanntest du vorher nicht?

Christian:

Die besondere Ersterfahrung war ungefähr nach 3 Tagen, das sich ein  dauerhaftes Licht bemerkbar machte. Ich hab mich gefragt, was dieses Licht wohl sein sollte. Es erschien in unterschiedlichen Intensitäten, an  unterschiedlichen Orten im Raum und unterschiedlich lange. Du hast mich  dann aufgeklärt, was es sein könnte. Die 2. Erfahrung, die ich machen konnte war, das ich eine komplette Erneuerung des Körpers erfahren  habe. Es kam quasi von aussen ein Tier, was dieses im Raum anwesende Licht in mein Herz getragen hat und von dort aus ist es in den ganzen Körper  gestrahlt. Es war ein unglaublich intensives Gefühl und ich spürte  gleichzeitig eine ganz große Verbundenheit. Diese Verbundenheit fühlte ich mit dem Licht im aussen und dem Licht im Inneren. Ein weiteres  starkes Gefühl war die Verbundenheit zur Erde. Das gipfelte in eine Flut  von wunderschönen Bildern der Erde, Vulkane, Berge, große Wasserfälle. Es lief in 3d vor mir ab und gleichzeitig war ich mittendrinn. Gefühlt ging das über 1 Tag lang. Danach kam dann eine lange Phase der Stille. In  dieser Stille war es wie ein Nachschwingen all dieser hochenergetischen  Erfahrungen. Ich muß betonen, das die Einzelgespräche mit dir Gertrud, dabei sehr behilflich waren, mit diesen Erfahrungen umgehen zu  können und sie auch wirken lassen zu können.
Das Erlebte wirkte auch sehr in den nachfolgenden Alltag.

Gertrud:

Was hat dich motiviert das Retreat noch mal zu machen ?

Christian:

Das war ein klares Gefühl aus dem Inneren, das ich es machen muss. Die  Erfahrungen in den bisher 5 Retreats waren immer wieder anders. Beim 2 mal gab es einen hohen Wechsel der Erfahrungen von großer Beunruhigung. Ich habe von ganz schrecklichen Schlachten geträumt und  wusste nicht, wie ich daraus kommen sollte. Es war ein großer Kampf. Alle  möglichen Dämonen verfolgten mich und trotzdem gelang es mir irgendwie  daraus zu kommen. Vieles löste sich auch im Schlaf. Im Gespräch mit dir  wurde es dann noch klarer, das ich nur ins Licht komme, wenn ich all die Dämonen, Ängste und Kämpfe annehme. Es war eine sehr schöne Erfahrung,  doch ursprünglich hat es mir große Angst gemacht.
Beim 2.Retreat hatte ich große leuchtende Erlebnisse. Es waren Bilderscheinungen mit sehr viel Farben. Es waren  weibliche Gottheiten, die unglaublich berührend waren in ihrer Schönheit  und mit all den Farben. Danach wechselte es wieder zu einem hellen, stillen Leuchten. Dies war eine ganz große Erfahrung für mich.

Gertrud:

Du hast sowohl das leuchtende, wunderschöne Weibliche als auch das dunkle Dämonische erfahren.

Christian:

Ja ,das hat eine große Auswirkung auf meinen Alltag genommen. Ich habe viel intensiver meditiert als sonst. Die Gestaltung des Alltags hat sich  auch verändert. Ich habe vielmehr kreative Momente gesucht und im Alltag  umgesetzt. Auch habe ich die Kreativität noch ganz anders aufleben  lassen. Es spielten Schönheit und Kreativität in dieser Zeit eine große  Rolle für mich.

Ergänzung zur persönlichen Erfahrung des Dunkelretreats:

 

Das wesentliche bei dem 3. Retreat war das Erleben von Personen, die mir bekannt sind und ich plötzlich Abbilder dieser Personen am Himmel sehen konnte in Form von Wolkengestaltung und Lichtveränderungen. Das war eine  große Besonderheit für mich. Dabei wurden mir in einer ganz kurzen Zeit  große Einblicke in die Seelen von Menschen gegeben, was für mich  ungeheuerlich wirkungsvoll war und ich damit ihre Schicksale ganz anders verstehen zu können.

Ein weiteres Erlebnis war ein Traum  voller Leiden. Doch plötzlich schaue ich zur Seite und da stand eine  Gestalt. Diese Gestalt offenbarte sich mir als mein innerer  Beobachter. Ich schaute mit den Augen des Beobachters auf dieses Leiden  und es war da, doch schmerzte es nicht mehr. Das Leid war da, doch hat es keinen Schmerz mehr in mir ausgelöst. Im Gespräch mit dir wurde es mir  klar, das ich meinen inneren Beobachter getroffen habe. Schaue ich aus  seiner Sicht auf das Leid, ist es da, doch macht es nichts mehr mit mir. In der Klarheit war er nach der Dunkelheit verschwunden, doch in  abgeschwächter Form ist er geblieben und war weiter im Alltag wirksam.

Dieses Betrachten des Leidens aus der Beobachterposition war ohne Emotionen doch voller Mitgefühl.

Dieses mal in der Dunkelheit habe ich eine ganz große Ruhe und Stille erfahren können. Ich fühlte mich mit der Dunkelheit ganz anders vertraut als die sonstigen Male. Es war viel weniger Angst da. Es kamen sehr viel  persönliche Themen hoch. Ich dachte, jetzt wird es ja fast  therapeutisch. Es ging um persönliche Ängste, Urerfahrungen. Es ging darum in wieweit ich sie verarbeitet habe und inwieweit mich vieles noch heute behindert. Eine Veränderung folgte dadurch, das die Dunkelheit es anders trägt, das Antworten wie von selbst aus der Dunkelheit kamen und  die Antworten mir bewußt wurden. Die Antworten flossen förmlich als helle Energie in meinen Körper und ich konnte die leidvollen Momente aus  meinem Leben komplett annehmen. Auch habe ich sehen können, das das alles zu meinem Leben gehört. Großer Frieden stellte sich ein.

Danke für das Gespräch

© 2019  Institut für Naturtherapie, Gertrud Niehaus