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Erfahrungsbericht
Madita -  4 Tage in der Dunkelheit
März 2024

"4-Tage Dunkelheit- Ich habe gelernt, die Dunkelheit zu lieben!"

 

Ich habe mein Dunkelretreat zunächst für 4 Nächte durchgeführt. Ich war voller Vorfreude. Gertrud hat mich am Sonntag Abend herzlich empfangen, es war ein wunderschönes Gehöft mit einem wundervollen Garten- Märchenhaft.
Sie erklärte mir alles und dann ging es auch schon direkt in die Dunkelheit. Die Hütte hat direkt nach Sauna gerochen, das vermittelte mir ein warmes und beruhigendes Gefühl. Das Ritual, um in die Dunkelheit zu gehen, war wunderschön und eindrücklich, als ich die Kerze auspustete und eine Intention für das Dunkelretreat setzte, kehrte unmittelbar Stille und Dunkelheit ein.

 

Die ersten 2 Tage schlief ich viel, mein Körper reinigte sich besonders in der Kopfebene, meine Nase säuberte sich auf energetischer Weise, ich musste viel auf die Toilette, hatte rechtsseitig am Kopf einen riesigen Druck und Schmerz. Ich war erstaunt, wie man doch gut mit dem Tastsinn in der Dunkelheit zurechtkommt. Ich war sehr dankbar, dass alles so durchdacht und strukturiert war, z.B. die Suppe/der Tee aus Tassen angerichtet sind, das hat es unfassbar erleichtert mich in der Dunkelheit zurechtzufinden.

 

Meine Gedanken waren besonders laut und kreisten sich um ein Thema "Die scheinbaren Erwartungen von anderen und ihnen zu genügen", "Angst Fehler zu machen." "Wertlos fühlen, wenn ich nichts tue." Ich spürte was für ein Druck ich mir machte, etwas erreichen zu wollen. "Selbst das Retreat sollte doch ein Ergebnis hervorbringen."
Die Erlaubnis mal nichts zu tun, fiel mir schwer, so spürte ich eher inneren Stress und Druck, obwohl nichts zu tun war. Darin kam immer wieder Schuld und Scham hervor. Die Dunkelheit zeigte mir ganz klar, dass alles nur in mir ist und ich diese Geschichten nach außen projiziere. Ich liebte es, wenn Gertrud den Raum mit so viel Sanftmut und Fürsorge betrat, mich fragte, wie es mir ging, mir Tee, frische Suppe & Saft reinbrachte, sich für ein Gespräch in der nächsten Stunde ankündigte & sich Zeit für ein ausführliches Gespräch nahm.
Eine zeitliche Orientierung gaben mir auch die Kirchenglocken, die mich sehr unterstützten eine gewisse Struktur für mich zu haben. Ab Tag 3 merkte ich vermehrt das körpereigene DMT, was mich zu mehr Bewusstsein führte. Die Gedanken wurden stiller, ich schlief nicht mehr viel und ich spürte die Verbindung zu meiner verstorbenen Oma sehr stark- die Trauer, die Liebe und es kamen schöne alte Erinnerungen mit ihr hoch.

Als Gertrud im Raum war und ich ihr erzählte, dass ich meine Großmutter spürte, hat ein Vogel an meiner Fensterscheibe geklopft. Gertrud meinte, dass Vögel sehr sensitiv für verstorbene Seelen seien. Gertrud begleitete mich sehr sanft und mitfühlend durch meine Prozesse. Es kamen weitere Themen hoch "mein inneres Kind, was nicht gesehen wurde von Mama." Gertrud unterstützte mich, mehr Verbindung zu diesem Anteil aufzubauen, es spielen zu lassen und es nach Hause zu holen, indem ich es hielt und die Verantwortung für mein inneres Kind übernahm, ich durchflutete den Anteil mit einer Farbe. Ich sah unentwegt, sowohl bei geschlossenen als auch bei geöffneten Augen ein kosmisches Licht, was einem Lichttunnel mit Wolken ähnelte, es war die ganze Zeit da. Ich hatte viele innere Bilder, die stark wechselten.

Die Nächte wurden intensiver, ich brauchte nicht mehr viel Schlaf. Ich hatte in einer Nacht einen luziden Traum, indem mir im Traum bewusst wurde, dass ich träume. Dies war eine neue Erfahrung für mich. Dieser Traum war bedeutungsvoll für mich, da er mich nachhaltig noch beschäftigt. Er hatte viele Symbole und eine ganz klare Botschaft "Es ist eine Odyssee!". Es wechselten sich nervöse, langweilige Zustände, von "was soll ich jetzt machen", zu" Sehnsucht nach der Natur, Bäume sehen und anfassen, Farben", mit Angst vor der Dunkelheit, mit allen Geschichten, die ich, als auch das Kollektiv, mal in der Dunkelheit gelegt haben.

Diese Zustände wechselten sich ab, mit voller Liebe gebadete Zustände, von tiefer Sanftmut und Bedingungslosigkeit, Erinnerung an mein wahres zu Hause, es fühlte sich an wie eine Rückkehr zur kosmischen Mutter, als kenne ich sie schon so lange und muss mich nur daran erinnern, es kamen Kindheitserinnerung aus der Dunkelheit hoch. Ich erfuhr so viele Aspekte in der Dunkelheit, mit so einer Bedingungslosigkeit: Sanftmut, Liebe, Geborgenheit, gehalten werden von der kosmischen Mutter, Ruhe, Frieden.

Meine emotionale Heilung erhielt viel Raum, so lehrte mich die kosmische Mutter, meine inneren Anteile und Gefühle wie Schmerz, Trauer, Angst, Schuld, die auftauchen, anzunehmen, den Kampf gegen diese aufzugeben und sie an die Hand zu nehmen. Sobald die Gefühle ins Fließen kamen, kehrte unmittelbar eine Entspannung ein. Ich habe gemerkt, dass ich oft noch vor Empfindungen und Gefühlen im Körper weglaufen und mich ablenken möchte, wie z.B. durch Essen und Handykonsum. Da dies in der Dunkelheit wegfiel, wurde es besonders sichtbar. Ich durchlief sehr viele Gefühle, ich weinte viel, da ich viel Trauer und Scham & Verletzlichkeit spürte. Ich war sehr berührt von so viel Liebe und diese spiegelte sich auch in Gertruds Fürsorge, Weisheit und Bedingungslosigkeit wider.

Ich war mit tiefer Dankbarkeit erfüllt für all das, sowohl die schwierigen Momente als auch die wundervollen Momente. Es war wirklich so spürbar, wie Gertrud es beschrieb, die "kosmische Waschmaschine". Es durfte alles sein in der Dunkelheit. Dies ist auch die größte Lehre, die ich mitnehme "Annahme & bedingungslose Liebe, von allem, was ist." Wir sind so gehalten. Und wir sind wertvoll, weil wir sind, dafür müssen wir nichts leisten. Ich habe einen natürlichen Tatendrang, Dankbarkeit und Vorfreude für das Leben verspürt, die Kreativität sprudelte so aus mir. Ich habe sehr viel Energie gesammelt. Ich bin mit einem weinenden und lachenden Auge aus der Dunkelheit gegangen, ich habe Trauer des Abschieds einerseits & andererseits eine Vorfreude, die Natur & meine Liebsten wiederzusehen, verspürt. Der Moment, als ich aus der Dunkelheit trat, war auch sehr eindrücklich, die Farbenpracht und das Leuchten der Natur waren so wunderschön, als würde ich die Welt noch einmal ganz neu entdecken.

 

Mit wenigen Worten: Ich habe gelernt, die Dunkelheit mit vollem Herzen zu lieben & das alle Geschichten, die wir uns über die Dunkelheit erzählt haben, nicht wahr sind. Die Dunkelheit ist liebend, und zwar nackt, bedingungslos, ohne Vorlieben, ganz pur und unbeschönigt, wunderschön. Ich liebe die Dunkelheit, sie führt mich zum wahren Kern und ich werde nächstes Jahr wieder ein Dunkelretreat bei Gertrud machen, weil Gertrud für mich genau diesen Prozess liebevoll begleitet, sie hält die Energie und schafft einen so wundervollen Raum, mit so viel Fürsorge, Sanftmut, Liebe & Herzlichkeit. Ich habe mich sehr umsorgt gefühlt. Und dafür bin ich vom tiefsten Herzen sehr dankbar. Beim nächsten Mal werde ich 7 Tage buchen. 

Erfahrungsbericht
Johanna -  7 Tage in der Dunkelheit
März 2024

Für mich war es eine wunderbare, zeitweise auch herausfordernde Erfahrung in die Dunkelheit zu gehen. Anfangs das Ankommen, Einfinden, Ruhigwerden und durchwegs das immer wieder aufs Neue Einlassen und Annehmen von dem was ist. Das waren schwierige, wichtige und wunderschöne Übungen für mich. Im Rückblick waren sie auch sehr sinnerfüllend, weil ich sie als so grundlegend für meinen inneren Frieden erachte. 

Ganz konkret z. B. das Annehmen von gewissen Gedanken, die mich dann im Moment ärgern, nerven, ich lieber nicht hätte. Genau da immer wieder in das Vertrauen zu finden, auch begleitet durch Gertrud, dass alles was ist, sein darf, ja sogar sein soll. Das ist nicht immer einfach und bei mir auch immer wieder mit vielen inneren Widerständen verbunden und aber dann auch wieder so stimmig, wenn ich durch einen liebevollen Blick auf mich in die Annahme komme. Da steckt viel Heilsames darin. Die Annahme hat etwas so Reines, Hingebungsvolles, Freies. Pure Liebe eigentlich. 

Und dann geht sie wieder. Einfach so. Und da ist bei mir schnell ein Ärger darüber, dass ich doch grad dort war. Wieso ärgere ich mich schon wieder mit Dingen herum, die ich gern anders hätte? Also das ärgern über meinen Ärger. Da werde ich ganz verkrampft und eng. 

Dem Ärger da wieder als wichtigen Wegweiser zu meinen Bedürfnissen und Werten zu begegnen, ihn anzunehmen, ihm Raum zu geben, braucht manchmal. Nämlich auch so viel Raum, wie er eben gerade braucht. Und dann gehe ich weiter hinein und dem Ärger nach und schwupp, schon bin ich wieder in der Annahme. Und es wird wieder frei und leicht und warm und weit. Und alles löst sich. 

Dieses Wechselspiel und dass es eine fortwährende Übung ist, fand ich auch spannend so eindrücklich zu erfahren. Weil es nämlich keine Veränderungen im Außen gab. Da war es ja immer noch einfach nur dunkel. 

Am Ende der sieben Tage hätte es mich dann gereizt noch länger zu bleiben, um zu sehen, was sich da noch auftut, nachdem sich so alle 2-3 Tage bei mir doch so viel verändert hat.

Insgesamt würde ich sagen, habe ich in diesen Tagen eine Ausrichtung aufs Leben, die sich schon im Vorfeld aufgetan hat, ganz tief gespürt und damit auch gefestigt und verankert. Nicht, dass seither mein Leben völlig neu und anders wäre, aber da ist eine klare innere Ausrichtung auf das, was ich in der Dunkelheit erfahren und gespürt habe. Eine Referenzerfahrung sozusagen, zu der ich, wenn ich mich dafür öffne und mich bewusst darauf einstimme, Zugang habe. Diese Erfahrung war eine so stimmige und friedliche Haltung, so annehmend von allem, was ist und der innere Frieden, der sich dann einstellt. Also auch eine Ahnung davon, wie es sein kann. Und jetzt gehe ich den Weg dorthin. Ich sehe es eher, als lebenslange Übung immer wieder in Momenten dorthin zu finden, sich immer wieder bewusst danach auszurichten. 

Danke Gertrud für die wunderbaren warmen Suppen, den Raum, den du zur Verfügung gestellt und gehalten hast und deine Begleitung! Dunkelheit, ich komme wieder. :)

 

Alles Liebe,

Johanna 

Erfahrungsbericht
Nadja -  7 Tage in der Dunkelheit
März 2024

Meine Erfahrung in der Dunkelheit war die Beste, die ich für mich machen konnte. 

Dank deiner Betreuung und den wertvollen Gesprächen konnte ich gut mit mir sein und die Dunkelheit und das allein sein mit mir genießen. Die sieben Tage und Nächte gingen dann doch sehr schnell vorbei und ich hätte auch noch zwei Tage länger bleiben können. Die ersten 3 Tage habe ich zum Erholen und entgiften benötigt, habe viel geschlafen. Bis es dann ab Tag 4 erst richtig spannend wurde und meine eigenen Prozesse in Gang gesetzt wurden. Jetzt sind fast zwei Monate seit dem vergangen und ich habe noch immer einen guten Kontakt zu mir. 

Vielen Dank für die wertvolle Zeit, die leckeren Suppen, die gute Versorgung und die tollen und inspirierenden Gespräche.

 

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal.

Nadja 

Erfahrungsbericht
Nancy -  7 Tage in der Dunkelheit
März 2024

Nach meinem siebentägigen Aufenthalt bei dir im Dunkelretreat geht es mir außerordentlich gut. Bevor ich zu dir kam, war ich sehr im Stress. Mein Beruf verlangt viel von mir und mein Rucksack des Lebens wog mittlerweile recht schwer. Ich musste ihn dringend mal abstellen und ausmisten.

 

Die Dunkelheit war anders als erwartet. Glücklicherweise hatte ich keine Angst und sah auch keine Geister. Stattdessen Ruhe und Entspannung. Zeit für mich. Nichts tun, nichts erledigen. Mal nicht verfügbar sein. 

 

Um alles andere vor Ort hast du dich gekümmert. Und ich habe mich jederzeit wunderbar versorgt gefühlt. 

 

Durch das Fasten kam ich schnell in körperliche und geistige Reinigung. Farben und helle Lichter zeigten sich. Seelische Räume öffneten sich. Ich saß auf dem Grund eines tiefen dunkelblauen Sees oder schaute durch Baumkronen in den Nachthimmel voll mit Sternen.

Viele Gedanken, viele Emotionen und dann irgendwann Stille im Herzen. Nur noch sein und wahrnehmen. Loslassen. Neu betrachten.

Die morgendlichen Gespräche mit dir gaben mir Halt und Orientierung bei diesen tiefgreifenden Prozessen. 

 

Mein Rucksack ist nun leichter und hat mehr Platz für Neues. Ich fühle mich aufgeräumt, entspannt und klar. Ich komme leichter in Meditation und fühle mehr Verbundenheit zu meiner Seele, meinem Weg, dem Kosmos, den Menschen, die ich liebe und der Umgebung in der ich lebe. 

 

Ich bin da - im Hier und Jetzt, nicht im Kopf, sondern in meiner Mitte. 

 

Danke liebe Gertrud für diesen friedlichen Rückzugsort, deine Weisheit, deine Aufmerksamkeit, dem Gefühl, dass jede Frage erlaubt und willkommen war. 

 

Das Retreat hat mich sehr bereichert und ich bin erfüllt von Dankbarkeit. Falls die Dunkelheit nochmal rufen sollte, komme ich sehr gerne wieder in das Blockhaus in deinem Garten.

Liebe Grüße,

Nancy

Erfahrungsbericht
Sandra -  3 Tage in der Dunkelheit
März 2
024

Meine Tage in Dunkelheit bei Gertrud waren eine wundervolle Reise zu mir in mein Inneres und auf meinen Seelenweg. Es war ein ganz besonderer Prozess, der noch lange nachwirkt & auch nachhaltig etwas bewirken wird. Für mich war die Zeit nur mit mir ein besonderes Geschenk an mich selbst und ich wünsche jedem Menschen, das er wenigstens einmal im Leben so eine Erfahrung machen kann. Ich habe nichts gesucht und doch so viel gefunden. Gertrud hat eine ganz besondere Gabe Menschen zu sehen & Sie hat mich wirklich sehr inspiriert mit ihrem ganzen Sein. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich den Weg zu Ihr gefunden habe.

Von Herzen zu Herz,
Sandra

Erfahrungsbericht
Johannes -  5 Tage in der Dunkelheit
August 2
023

Die Dunkelheit 

sie legt ihr Kleid

um dich herum

bist du bereit hinab zu gehen in das Reich

wo nichts mehr ist

außer der der du bist.

Erfahrungsbericht
Antje 7 Tage in der Dunkelheit
Februar 2023

Liebe Gertrud,
nach über einem Jahr und zwei Dunkelretreats habe ich das Gefühl, dass ich langsam lerne, im Licht
umzusetzen, was ich in der Dunkelheit erfahren durfte.
Ich habe die Dunkelheit als einen geschützten Ort wahrgenommen, an dem alles gut ist, wie es ist,
ganz gleich, was es ist. Ich habe die Dunkelheit als zeit- und grenzenlos empfunden, sie war zugleich
Geborgenheit und unendliche Freiheit für mich. Sie hat mir wichtige Schritte auf dem Weg zu mir
gezeigt.
Meine Erlebnisse in den beiden Dunkelretreats waren sehr unterschiedlich. Und im Nachhinein glaube
ich fest, dass in der Dunkelheit die Themen „hochkommen“, die gerade wichtig sind und die Körper,
Geist und Seele verarbeiten können. Was nicht bedeutet, dass es immer ein „Kinderspiel“ war.
Im zweiten Retreat hatte mindestens 48 Stunden, die zermürbend und anstrengend waren. Es war wie
ein Riss in der Schallplatte mit immer den gleichen Gedanken. Ich war den Gedanken ausgeliefert,
konnte mich nicht ablenken und musste sie mir immer und immer wieder in meinem Kopf anhören. Ich
war wütend, rast- und ruhelos. Ich habe mich in meinem 4x4-Meter-Raum verlaufen und nicht mehr
zurechtgefunden.
Wie bei einem Daumenkino bin ich alle in mir hochkommenden Lösungsansätze durchgegangen.
Nichts. Keine echte Lösung und somit auch kein Anhalten der kaputten Schallplatte.
Und dann in der Stille war sie auf einmal da. Die Antwort. Eine Lösung, auf die ich im Licht
wahrscheinlich nicht gekommen wäre. Zumindest nicht so schnell. Eine Antwort, die augenblicklich die
Schallplatte zum Stillstand gebracht hat. Eine Antwort, die sich rundherum angefühlt hat wie „still ruht
der See“.
Ich durfte erleben, dass alles bereits in mir ist. Ich habe erkannt, dass die Antwort immer etwas mit mir
zu tun hat und nicht mit dem Außen. Ich weiß auch, dass ich die Stille brauche, um den echten
Antworten überhaupt erst die Möglichkeit zu geben, aufzusteigen und sich zu entfalten.
Ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit, dass ich diese Erfahrung mit dir, liebe Gertrud machen durfte.
Tatsächlich mag ich mir keine andere Begleitung in der Dunkelheit vorstellen.
Ich liebe das Licht. Und ich möchte die „Dunkelheit am Stück“ nicht mehr missen. Mit ihr strahlt das
Licht überhaupt erst in allen Farben.

Herzlichst,

Antje

Erfahrungsbericht
Eva -  7 Tage in der Dunkelheit
Juli 2
023

Ich wusste nichts über Dunkelretreats, bis ich zufällig in einem Podcast davon hörte, wobei ich unmittelbar in Resonanz ging.

Warum? Vielleicht aufgrund permanenter Beschallung an meinem Arbeitsort, aufgrund stundenlanger Bildschirmarbeit, aufgrund beanspruchter und überreizter Sinne, die, trotz langjähriger Meditationspraxis meist den 8-Stunden-Alltagston vorgaben. Vielleicht lag es auch an der Dauererschöpfung, die ich kaum noch bemerkte, weil sie so gewohnt alltäglich war. Wie ein Segen schien es mir da, mal abtauchen zu können ins Nichtstun, Nichtssehen, Nichtshören. Abtauchen ins Fühlendürfen dessen, was JETZT unmittelbar IST.

Nach einem E-Mail-Austausch und Telefonat mit Gertrud Niehaus brach ich einige Wochen später zu meinem 7-tägigen Dunkeltretreat auf, nicht wissend, wie mein Körper-Seele-Geist-System auf diese Erfahrung reagieren würde. Bei Gertrud angekommen, empfing diese mich herzlich und warm. Nach einer kurzen Orientierungszeit bei Tageslicht in "meiner" Hütte kam der spannende Moment: Ich tauchte in die Dunkelheit ein. Erwartungsgemäß reagierte mein Körper in den ersten beiden Tagen und Nächten mit einem hohen Schlafbedürfnis, was vermutlich meiner Dauererschöpfung geschuldet war.  Ab dem 3. Tag war ich ausgeschlafen und begann, mir selbst eine kleine Tages-/Nachtstruktur zu geben. Ich meditierte tagsüber, nachts schlief ich. Mein seit Jahren verlässlicher Biorhythmus ließ sich auch von permanenter Dunkelheit nicht irritieren und funktionierte plus minus 1 Stunde zuverlässig. An der leise hörbaren dörflichen Kirchturmuhr, die die vollen Stunden einläutete, konnte ich mich zudem ein wenig orientieren. Gertrud stellte mir jeden Morgen eine Kanne heißen Tee und eine Kanne äußerst schmackhafte pürierte Gemüsesuppe vor die Tür. Gegen Mittag kam sie zum Gespräch, das ebenfalls in der Dunkelheit meines Raumes stattfand, aber von Gertruds warmem Wesen und ihrer großen Erfahrung wie "durchlichtet" wurde. Ab dem 3. Tag bemerkte ich erste Veränderungen, die darauf hindeuteten, dass in mir etwas in Bewegung geriet. Ich "sah" Licht in der Dunkelheit oder Lichtphänomene bei geschlossenen Augen, die in permanenter Bewegung, aber auch Ordnung schienen. Der weitestgehend zur Untätigkeit gezwungene Verstand war geneigt, sich daran festzuheften und vielfältigste Gedanken anzustellen. Sobald ich das aber bemerkte, erinnerte ich ihn nachdrücklich an seine 7-tägige Schaffenspause und fokussierte mich erneut auf das "Nichts des Augenblicks".

Meine langjährige Meditationspraxis war dabei sehr hilfreich, sodass ich mich niemals in endlosen Gedankenspiralen oder biografischen Themen verlor. Ab dem 4. Tag vertieften sich meinen Wahrnehmungen zunehmend. Innere Stille breitete sich aus, die sich mal friedvoll, mal freudvoll, mal glückselig anfühlte, vor allem aber wahrhaftig. Kein Glück aus äußerer Bedürfnisbefriedigung, keine Freude über etwas lang Ersehntes, kein Friede des Waffenstillstands. Nein! Eher war es ein stets wechselnder Seinszustand von Frieden, Freude, Glück, der grund- und absichtslos da war. In den Gesprächen mit Gertrud konnte ich alles benennen und sie verstand, weil sie es aus eigenem Erleben und langjähriger Erfahrung kannte.

Mein Fazit: Eine für mich zutiefst wohltuende Erfahrung, die den denkenden, im Dualismus tief verwurzelten Verstand als heimlichen Meister meines Daseins und Quälgeist entlarvt. Die wahre Meisterin jedoch erhebt sich intuitiv beim Nichtdenken, in der Unmittelbarkeit des Augenblicks, wobei die Reduzierung der Sinneseinflüsse, Dunkelheit, Stille und Meditation hilfreiche Werkzeuge sein können.

Eva im Juli 2023

Erfahrungsbericht
Sarah -  8 Tage in der Dunkelheit
Mai 2023

Für mich war es die zweite Auszeit, die ich bei Gertrud im Dunkel-Retreat gebucht habe. Nach langem Hin und Her hatte ich mich für das 8-tägige Retreat und damit gegen den Wanderurlaub in den Bergen entschieden.

Das zweite Eintauchen in die Dunkelheit brachte eine andere Qualität und Tiefe mit sich als ich es beim ersten Mal erfahren hatte. Die Intensität war um einiges stärker. Ich erlebte Momente der absoluten Glückseligkeit und der Vollkommenheit. Momente, in denen ich auf einer höheren Bewusstseinsebene Raum und Zeit sowie meinen physischen Körper vergaß. Und Momente, in denen ich in die Tiefen meiner Seele blickte und mich hierbei meinen größten Ängsten stellte.

Gertrud stand mir während meiner inneren Reise zur Seite und hat mich durch sonnige Täler, herauf auf Berggipfel und über tiefe Schluchten geführt. Sie hat mich mit allem versorgt, was ich auf meiner Wanderung brauchte. 

Ich danke Gertrud für ihre Begleitung auf dem Weg zu meinem wahren Selbst.

Erfahrungsbericht
Katharina – die Maori - 7 Tage in der Dunkelheit
2. April bis 9. April 2023

Die Höhle, die Dunkelheit, die Suppe und Ich... lichtvoll begleitet von Gertrud, der weisen Frau, Schamanin (die, die mit den Seelen spricht), Tochter der Erde und des Himmels, die mit ihrem unfassbaren lebendigen Wissen, ihrer Güte und Zugewandtheit, die 7 Tage für mich zu einer der wertvollsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens machten.
Die Dunkelheit nimmt mich auf wie eine uralte Freundin, wartet geduldig, bis ich mich vorbehaltlos auf sie einlasse, mich öffne. Lauschen, auf das, was ist...in mir...und auf das, was von Gaia, Mutter Erde und vom Vater des Himmels, vom Kosmos, kommt... altes Wissen, Bilder, Visionen, göttliche Gnadengeschenke, aber auch Schmerzhaftes steigt aus der Tiefe meiner Seele auf und wird geläutert, geheiligt... zur mystischen Erfahrung.


Die eigene Essenz destilliert sich in diesem heiligen Raum der Stille, Ruhe und äußeren Bewegungslosigkeit zur Reinheit eines Bergkristalls, Klarheit, Stärke. Innewerden...damit Verschwommenes an Kontur gewinnt, verdichtet um meinen inneren Kern... Das Gewahrwerden der eigenen Größe... aufgehoben im Großen Ganzen – der unendlichen Liebe Gottes. Ich werde mir meiner selbst bewusst in allen Facetten, mit meinem Licht und meinem Schatten. Tiefe Dankbarkeit fließt durch meine Adern, Frieden und große Gelassenheit. Das Herz ist weit geöffnet, die Liebe fließt wie in einem italienischen Brunnen...


Ich danke dir, liebe Gertrud, du große Seele, dass du mich hast teilhaben lassen, an deinem Wissen, deinen Fähigkeiten, deiner Liebe zur Erde und zu allem, was ist...ich habe den Austausch mit dir sehr genossen, meine lichterfüllte Lehrerin. Wir sehen uns wieder!

Erfahrungsbericht
Masayo Kajimura - 7 Tage in der Dunkelheit
März 2022

„In der Dunkelheit begab ich mich auf eine Reise.

Eine Reise in mein Inneres und durch dies hindurch in das Kosmische.

Es war ein Eintauchen in tiefe Seelenebenen, Begegnungen mit alten und neuen Bekannten

und Landschaften, und auch ein Auftauchen in Welten, ein Er-innern.

Ich habe erfahren, wie Nichtstun ein radikaler Akt der Befreiung sein kann.

Wie der Körper alles Wissen speichert.

Wie die Sinne in der Dunkelheit erwachen.

Wie in Hingabe alles zu dir kommen kann.

Es war eine Begegnung mit dem göttlich Weiblichen, ein Er-innern an die Göttin in mir.

Ein Download kosmischer und göttlich-weiblicher Energie.

Das Dunkelretreat ist eine tiefe Erfahrung von Hingabe und Liebe, und auch Selbstliebe.

Eine Initiation.

Gertrud Niehaus empfing und begleitete mich mit einer so vertrauensvollen Klarheit und Ruhe, dass ich mich jederzeit aufgehoben fühlte und mich der Dunkelheit hingeben konnte. Mit ihrer Art des zutiefst empathischen Zuhörens trug sie mich durch die sieben Tage und Nächte, ihre Fürsorge mit Tee, schmackhaften Suppen und bewussten Worten haben wesentlich die Erfahrung der Reinigung und der Hingabe ermöglicht und mir Sicherheit geschenkt. Dafür bin ich ihr von Herzen dankbar.“

Erfahrungsbericht
Elisabeth Walther - 6 Tage in der Dunkelheit
30.09. bis 06.10.2022

Gertrud hat mich in den sechs Tagen/Nächten, die ich bei ihr in der Dunkelheit verbracht habe, wunderbar betreut. Die Energie in der liebevoll eingerichteten Hütte, ihre täglich frisch zubereiteten Suppen und Tees, und die vertrauensvollen Gespräche haben dafür gesorgt, dass ich mich vom ersten Moment an durchgehend wohl gefühlt habe. Meine Erlebnisse bei Gertrud in der Dunkelheit und unsere Gespräche waren Initialzündung für einen der wichtigsten (und lange zurückgehaltenen) Prozesse, durch die ich je gegangen bin. 

Danke für Deine feine Wahrnehmung und das "Anstupsen" mit den richtigen Worten.

Ich komme sicher irgendwann wieder.

Elisabeth Walther

Erfahrungsbericht
Felix Wittmann - 7 Tage in der Dunkelheit
04.07 bis 10.07.2022

Mein Dunkelretreat beginnt in dem Moment, in dem in mir - durch meinen Bruder - ein kleiner Funken erweckt wurde. Die Idee bzw. die potentielle Erfahrung eines Dunkelretreat-Aufenthaltes steht nun im Raum. Diesem folgt nach kurzer Internetrecherche meine Entscheidung Gertrud eine Email zu schreiben. Ein klares Gefühl von "des isses", gepaart mit größtem Respekt. Ab dato ist jeder Moment - einerlei seiner Wahrnehmungsqualität - eine subtile aber durchaus spürbare Vorbereitung auf die Zeit in der Dunkelheit.

Die Zeit in der Dunkelheit selbst wird nach langer Zugfahrt eingeleitet durch mein Ankommen in einem wundervollen Garten mit einer nach außen relativ unscheinbaren Blockhütte. Von Innen - von "Innen-Innen" - ehr einem Tempel entsprechend. Definitiv ein Ort der Transformation und der Heilung. Ein heiliger Ort. Ich erinnere mich sehr gerne daran. 

"Tiefste Verbundenheit mit dem Kosmischen Fluss des Lebens." So möchte ich meine Erfahrung(en) im Schoße der Dunkelheit zusammenfassen. Details behalte ich ganz bewusst für mich, da sie zum Einen für mich sehr wertvoll sind und zum Anderen die Erfahrung jedes Retreat-Aufenthaltes für jede Person so unglaublich individuell und so einzigartig ist, dass diese zu teilen zwar relativ interessantes Verstandesfutter liefern kann, allerdings in meinen Augen nicht von größerer Bedeutung für jemand anderen ist.

Was mir allerdings sehr am Herzen liegt und ich auch unbedingt teilen möchte, ist die sehr tiefe, intuitive, professionelle und wertvolle tägliche Begleitung von Gertrud. Jeden morgen wird man mit frischem Tee, reichlich leckerer Suppe, Gemüse und Obstsäften und Wasser versorgt. (Das Fasten fällt mir wider Erwarten sehr leicht!) Gegen Vormittag kommt Gertrud zum täglichen Gespräch. Mein persönliches tägliches Highlight, was mir sehr hilft meinen Verstand zu beruhigen, loszulassen und mich mehr und mehr auf den "Rhythmus der Dunkelheit" einzulassen. In diesem Rhythmus - um auf den obig genannten "Kosmischen Fluss" zurückzukommen - genau darin liegt die Essenz meiner Erfahrung.

Eine tiefe, zeitlose Verbundenheit zu spüren, jenseits der temporären Wahrnehmungsphänomene (Gedanken, Emotionen, Gefühle oder Sinneseindrücke), aber nicht getrennt davon zu sein. Von Moment zu Moment wahrzunehmen was sich zeigen möchte, ohne daran anzuhaften, ohne sich darin zu verlieren. Meinen intuitiven Impulsen zu lauschen & zu folgen. Und Erkennen zu dürfen, wie die einzelnen sich durch mein Leben ziehenden Stränge, die wie individuelle Instrumente gemeinsam ein symphonie-erspielendes Orchester bilden, sich allesamt synchronistisch zusammenfügen.

So möchte ich das Gefühl des "Eins-Sein mit dem Kosmischen Fluss" beschreiben. Es ist so subtil und doch so durchdringend... Man kann es wirklich nur bedingt in Worte fassen. Einfach atemberaubend respektive "atemschenkend". :)

Auch Wochen - nun beinahe 2 Monate später - flacht das bekannt "post-spiritual-retreat-high" nicht ab, bzw. habe ich es gar nicht so erlebt, sondern, wie oben beschrieben, bleibt mein Leben durchzogen von einer sehr feinen, aber unglaublich stabilen Verbindung zu diesem Fluss... zu dieser rhythmischen, ordnenden, heilenden, gar heiligen Kraft, jenseits der Worte des Verstandes, jedoch in tiefer Verbundenheit mit dem irdischen Alltag, mit dem Mensch-Sein.

Eine zutiefst bereichernde Erfahrung.

Mit herzlichen Grüßen und in höchster Dankbarkeit,
Felix

Erfahrungsbericht
Petra Leibfried - 6 Tage in der Dunkelheit
Karwoche 2022

 

Im Januar 2022 hatte ich eine klare innere Ansage: „5 Nächte in der Dunkelheit.“ Gebucht habe ich aber 6 Nächte.
Meine Schwester hatte 2 Jahre vorher die Raunächte bei Gertrud Niehaus im Dunkelretreat verbracht.

Sie hatte sich total wohl gefühlt und gut begleitet, so dass sie mir sofort ans Herz legte, nirgendwo sonst diese Tage zu verbringen als bei Gertrud.


Die letzten beiden Jahre hatten meine Energie viel im Außen gefordert. Dies betraf meine Tätigkeit, viele Veränderungen im Leben und die Auseinandersetzung, was die äußeren Bedingungen mit allen Recherchen in mir auslösten. All das wollte aufgelöst und integriert werden.
Nun war für mich ein Punkt erreicht, meine Energien wieder zu mir zurückzubringen. Ich möchte meine Energie wieder für mich und das Kreieren einer Realität, die nährend und wertschätzend ist, nutzen. Meine Hoffnung war, dass die Zeit in der Dunkelheit mich bei diesem Prozess unterstützen würde.

Erwartungen hatte ich sonst keine.


Ich fühlte mich direkt wohl in der Holzhütte und in dem Raum, in dem ich die Tage verbringen sollte. Es stellte sich schnell ein Rhythmus ein in meinem Tagesablauf, aber auch in dem, was die innere Arbeit betraf. Nachts wurde ich durch Träume und innere Reisen geführt. Der Tag diente der Integration und Innenschau zur Erkenntnis.

Gertrud war dabei eine wundervolle Begleiterin, die immer noch einen neuen Aspekt hineinbringen konnte in
meinen Integrationsprozess. Außerdem wurde durch einen einzigen Satz von Gertrud ein innerer schöpferischer Aspekt aktiviert, von dem mir gar nicht bewusst war, dass der sich auch endlich ausdrücken wollte. Das war die erste große Überraschung.
Jede Nacht wurde mir innerlich die Thematik der Prozesse angekündigt, die auch jede Nacht tiefer wurden. Die Träume und Reisen wurden intensiver, was sich auch körperlich ausdrückte – aber nur nachts. In der Aufwachphase des vorletzten Morgens hatte ich das Gefühl, als ob etwas Leichtes, Helles auf meinen Brustkorb schweben würde, das sich dann im Köper vom Herzen aus als tiefer Frieden ausbreitete. Niemals hätte ich gedacht, dass so ein Frieden möglich wäre. Den letzten Tag verbrachte ich in purer Glückseligkeit. In der Nacht zum Ostersonntag schien es mir, als hörte ich die ganze Zeit zarten Glöckchenklang.
Und als Gertrud mich am Ostersonntag ins Licht führte, schien die Sonne und die Kirchenglocken läuteten.


Nun sind inzwischen fast 3 Monate vergangen. Dieser Frieden begleitet mich weiterhin. Er hat eine Losgelöstheit und Wertfreiheit mit sich gebracht, um die ich lange gerungen hatte.
Das, was vorher von mir verurteilt und abgelehnt wurde, kann ich nun stehen lassen. Ich kann wertfrei sehen, dass es Menschen gibt, die eine andere Vision der Zukunft für die Menschheit haben, aber es berührt mich nicht mehr.

 

Das ist das allergrößte Geschenk dieser Reise durch meine Schatten.


Gertruds wunderbare Suppen, Tees und ihre Begleitung meiner Prozesse haben diese Reise sinnlich und seelisch ganz wunderbar unterstützt.


Herzlichen Dank dafür, Petra Leibfried

Erfahrungsbericht
Bettina Bankstahl - 7 Tage in der Dunkelheit
9. - 16. April 2022

 

Liebe Gertrud,
danke für diese Oster-Auferstehungswoche bei dir.
Du hast wundervoll einen Platz bereitet um eintauchen zu dürfen jenseits von MÜSSEN, SOLLEN und WOLLEN.
Ich konnte meine ansozialisierten hartnäckigen Muster betrachten und erkennen, ICH BIN mehr als all das!


Alte Wunden und „Unerledigtes“ wurde zum „Gesprächsthema“, bekam gefühlt seine Beachtung, seinen Platz und war befriedet. LICHT- Seiten, neue Räume/Formen, Farben, einzigartig, schön und symbolhaft schenkte mir meine Seele. Eine neue, sanfte und liebe-volle Zuwendung zu mir in all meinem SEIN bekam Raum: meine Sinne verfeinerten sich und der „Raum“ wurde größer.


Ich danke dir für dein Versorgen mit allem was dazu hilfreich war:
den geschützten Platz, die feinen Suppen und die leckeren Tees, und Säfte, die geliebte Wärmflasche und deine Präsenz in unseren Begegnungen im Gespräch.
Du warst wichtige Zeugin meiner Auf-erstehung. Dadurch konnte mein „natürlich-Sein“, auch in der Begegnung, im
Kontakt mit dem Außen, erlebbar werden.


Danke für diesen großartigen „Entwicklungsraum“.
Der Zeitpunkt des Retreats war so geführt, um in dieser Wandelzeit der Menschheit meinen Platz von Herzen wahrhaftig und würdig einnehmen zu können.

Erfahrungsbericht
Sarah - 7 Tage in der Dunkelheit
Anfang Januar 2022

 

Es war ein ganz klarer Ruf meines Herzens ins Dunkelretreat zu gehen und mir damit auf die wohl radikalste Weise zu begegnen. Radikal deshalb, weil ich mich allen Ablenkungen wie Handy, Schokolade, Büchern,… entsagen wollte, alleine, im Dunkeln, für 7 Tage und 7 Nächte, begleitet von Gertrud Niehaus.

 

Ich hatte einen tiefen Wunsch nach Leere, nach Einkehr und vor allem innerer Orientierung in einer Zeit in der ich einige Verluste durch Tod und Trennung zu verkraften hatte. Ich sehnte mich danach, mich innerlich zu sortieren und freute mich auf die Auszeit im Dunkeln und das Einlassen auf das Nicht- Wissen, wenngleich ich auch grossen Respekt und ein wenig Angst davor hatte, mir zu begegnen.

 

Mein Verstand erzählte mir schon im Vorfeld allerhand Geschichten, was alles passieren könnte und schlug mir alle möglichen Themen vor, die bearbeitet werden sollten. Doch es zeigte sich nichts von all den mentalen Konstruktionen und Vorstellungen vorab. Ich erlebte das, was ich erlebte, auch wenn der Kopf selten schwieg und mir fast durchweg Stories vorschlug. 

 

Die Dunkelheit, die mich von Tag zu Tag und von Nacht zu Nacht tiefer in mein Innerstes zog, hat ihre eigenen Dynamiken und Themen, die gesehen werden wollen.

In den ersten 3 Tagen schlief ich fast nur oder lag da und träumte vor mich hin. Manchmal waren die Grenzen zwischen Traum, Tagesbewusstsein und Trancezuständen völlig verschwommen, doch die Träume waren stets glasklar und ich konnte mich sehr detailgenau am nächsten Tag an das Erträumte erinnern und mit Gertrud reflektieren. Im Traum selbst durfte ich sogar stellenweise zur Beobachterin werden und am Rande des bildgewaltigen Geschehens meiner Träume zuschauen.

Fast in jedem Traum zeigte sich Mutter Erde, mal als knallrote tosende Magmaformation, mal als bewegender, sich verschlingender Wald oder klirrende Eislandschaft. Die Erde nahm ein zentrales Bild in meinen Träumen ein.

Egal, ob ich träumte oder tagesbewusst war, alles war wie ein Abenteuer.

Im Dunkeln Zähne putzen, aufs Klo gehen, essen, trinken, duschen,…

 

Am Tag verbrachte ich viel Zeit damit, die Welt meiner Gedanken zu erforschen und stellte immer wieder fest, dass nichts Gedachtes wahr war. Ich war oft verblüfft, welche Tricks und Kniffe sich mein Verstand einfallen ließ, mich in destruktive Überlegungen und urteilende Bewertungen zu manövrieren. Der Höhepunkt war erreicht, als er mir so etwa am 4. Tag einbläute, dass ich jetzt genug im Dunkeln ausgeharrt hätte und es jetzt Zeit wäre, meine Koffer zu packen, um was ‚richtiges’ zu erleben. Doch ich blieb.

 

Nicht nur meine Gedanken meldeten sich im Kopf zu Wort, sondern auch meine Gefühle regten sich und mit den Gedanken schienen auch automatisch Gefühle mit einher zu gehen. Obwohl ist manchmal überwältigt war, was sich alles auf der großen schwarzen Leinwand zeigte, hatte ich durchweg das Gefühl geborgen und getragen und auf eigentümliche Weise geführt und beschützt zu sein, ohne Angst zu haben.

Ich lehnte mich hinein in das Nicht- Wissen.

Und immer half mir mein Atem mich mit mir zu verbinden und mich einzulassen. Er wurde mein treuster Begleiter, der mich immer wieder in die Gegenwart holte.

 

In den letzten 2 Tagen änderte sich mein Zustand. Ich war nicht mehr so überrollt von meiner Gedankenwelt und meinen Gefühlsregungen. Immer öfter tauchte jetzt Licht auf. Das Licht kam meistens von rechts oben, wie durch einen Höhlenspalt hindurch, während ich tief unten lag und vom Licht bestrahlt wurde.

Ich fühlte mich einerseits angebunden an Mutter Erde und gleichzeitig nach oben mit dem Himmel und dem Licht verbunden. Ein gnadenvoller Augenblick.

 

Tief beeindruckt hat mich auch mein Verschmelzungserleben mit dem Regen. Es regnete an einem Tag und das Prasseln des Regens auf das Dach der Holzhütte zog mich wie magisch an. So setzte mich ans Fenster, um dem Regen noch näher zu sein. Nach einer Weile wurde ich eins mit dem Regen und der Regen mit mir. Es gab keine Trennung mehr, ich war komplett durchlässig und es fühlte sich an, als regnete es durch mich durch.

 

Ähnlich stark faszinierte mich der Moment als mich Gertrud morgens am 7. Tag aus dem Dunkeln zurück ins Licht führte. In der Nacht hatte es gefroren und als ich die Schönheit von Gertruds Garten zunächst blinzelnd erblickte, schimmerten und glitzerten die winzigen weiße Eisperlen in den Blattspitzen und in den Knospen. Überall.

Wundervoll. 

Dieses Staunen über die Natur und die Schönheit, die Einheitsgefühle mit ihr, meine Feinsinnigkeit und Durchlässigkeit waren ganz sicher die kostbarsten Geschenke aus dem Retreat.

 

Ich bin tief dankbar und demütig über meine Erfahrungen.

Erfahrungsbericht
Daniela Belitsch - 9 Tage in der Dunkelheit
Dezember 2021

 

Es gibt für mich ein Leben vor und ein Leben nach dem Darkretreat.
Meine erste Begegnung mit einem Darkretreat habe ich vor zwei Jahren auf einer kleinen Insel in Thailand gemacht.
Meine Seele wusste sofort, diese Erfahrung kenn ich und will ich in diesem Leben wieder machen.


Die Entscheidung ein Dunkelreteat in Deutschland bei Gertrud zu machen, war eine absolute Herzensentscheidung.
Ich hatte im Vorfeld viele Ängste und Zweifel, aber der Ruf meiner Seele war stärker.
Und so habe ich mich im Dezember 2021 auf den langen Weg vom Süden hoch in den Norden von Deutschland gemacht.


Ich spürte, dass ich eine Auszeit brauchte.
Ich war übervoll mit Informationen der Äusseren Welt, so dass es mir schwer fiel meine eigenen Wünsche, Bedürfnisse, meinen eigenen Seelenplan überhaupt wahr zu nehmen.

Ich brauchte eine Grenzerfahrung, etwas was mich wirklich herausforderte.
Ich spürte, dass ich all die Antworten nach denen ich schon so lange suchte, nur in mir selber finden konnte.
Keine Lehrer, kein Guru, keine Ausbildung, keine weitere Methode, sondern einfach nur mit mir selber sein,

in der Dunkelheit.


Meine Intention für das Retreat war auch mehr Leichtigkeit, Klarheit aber vor allem auch meine Freude im Leben wieder zu finden.


All das hat die Dunkelheit mir geschenkt.


Nachdem ich die ersten Tage durch einige Ängste durchgegangen bin, wurde meine Freude und Leichtigkeit immer grösser. Ich konnte sie in mir selber aktivieren und ich habe erkannt, dass all diese Gefühle bereits da sind
und keinen Grund im Aussen bedürfen.
Ich habe mich als leuchtendes Lichtwesen erkannt und den Teil in mir entdeckt der unberührbar und immer strahlend ist.
Ich konnte meinen Verstand beobachten und all die Konditionierungen und Projektionen erkennen und transformieren.
Die Dunkelheit gab mir die Möglichkeit mein Leben aus einer Meta Ebene zu erkennen. Auf einmal hat alles Sinn gemacht und ich konnte mit vielen Geschichten aus meiner Vergangenheit Frieden schliessen, da ich den höheren Sinn dahinter erkannte.


Wichtig war für mich die Erkenntnis, dass die Dunkelheit ein weiblicher Weg ist.
Mein Verstand, mein Ego waren hier nicht gefragt.
Es ging vielmehr darum, mich fallen zu lassen, im Vertrauen zu sein und die Dinge aus mir heraus entstehen, erblühen zu lassen.


Ich hatte viele Lichterfahrungen, habe meine Chakras und meinen Energiekörper gesehen.
Wie ein kleines Kind auf einem Spielplatz habe ich diese Phänomene untersucht und mit ihnen gespielt.

Es war wundervoll und hat mir soviel Leichtigkeit und Freude in mein Leben gebracht.


So konnte ich auch die dunklen Welten die sich mir gezeigt haben, annehmen und betrachten.


Gertrud war für mich die beste Reisebegleiterin die ich mir hätte vorstellen können.
Mit sehr viel Liebe, Wärme und Verständnis hat sie mich auf meiner Reise begleitet und unterstützt.

Auch wenn sie nicht in meinem Raum war, spürte ich ihre starke Präsenz und Unterstützung.
Ich fühlte mich immer geborgen, aufgenommen in diesem heiligen Raum. Die Dunkelheit ist zu meiner besten Freundin geworden.
Sie hat mein Leben verändert und mir klar gezeigt, wer ich bin und was meine Aufgabe in diesem Leben ist.


Ich spüre, es ist erst der Anfang eines neuen Lebensabschnittes und ich bin voller Vorfreude was alles noch kommen mag.
Danke, Danke, Danke.

Erfahrungsbericht
Guido - 9 Tage in der Dunkelheit
August 2021

 

 

Meine Erfahrungen in der Dunkelheit
Im Sommer 2021 habe ich 9 Tage und Nächte in der Dunkelheit verbracht.

Meditationserfahrung in Stille und Abgeschiedenheit hatte ich zwar schon, doch diese Form der inneren Einkehr war mir neu. Als mir eine Freundin davon erzählte, spürte ich intuitiv, dass ich das machen wollte. Wenige Wochen später war es dann so weit. In der Dunkelheit erlebte ich eine intensive Verinnerlichung aller Prozesse. Nicht nur Gefühle und Gedanken, sondern auch Wahrnehmungen, Bewegungen und Raumerfahrungen schienen sich irgendwie in einen kosmisch großen inneren Raum zu verlagern.
Die Dunkelheit selbst erlebte ich, abgesehen von den praktischen Tücken des Herumtastens, als bergend, beruhigend und faszinierend. Die Dunkelheit ist lebendig, denn sie wird durchwirkt von Lichterscheinungen, Bildern, Farben und intensiven Energien und atmospährischen Feldern. Die Dunkelheit ist eine Einladung auf eine innere Reise wie auch eine Öffnung hin zur geistigen Welt.

Dabei schienen mir wiederkehrend Phasen abzulaufen: erst eine Phase des Sich-Einlassens und Loslassens, dann die spannungsreiche Begegnung mit einem biografischen oder spirituellen Thema, das sich dann nach und nach verdichtete und zuspitzte, um sich dann nach einem Durchbruchserlebnis spontan zu klären und zu beruhigen.

Die krisenhaften Phasen waren besonders mühsam. Im Schlafe kamen jedoch viele hilfreiche Träume, die das Unverständliche erhellten und mir meine seelische Wahrheit näherbrachten. Ich war so dankbar für diese Träume,
ohne sie hätte sich mein Verstand vergeblich abgemüht. Die Tage in der Dunkelheit waren immens reich an Einsichten.
Bei mir ging es darum, das Schicksal meiner weiblichen Seite auf meinem Lebensweg besser zu verstehen und das Herz in der Gegenwart mehr zu öffnen, die Dualität von Gut und Böse zu überwinden und mehr innere Freiheit zu entwickeln. Besonders eindrücklich war hier ein Nachmittag, wo ich eine tiefe Dunkelheit und Verlassenheit durchlebte, die sich dann im Erleben der starken inneren Kraft des Herzens auflöste.

Die Begleitung durch Gertrud war enorm wichtig, weil sie mir Rückhalt und Orientierung gab.

Für mich ist die Dunkelheit ein kraftvoller Weg, um Konditionierungen abzustreifen und in mein wahres Sein einzutauchen.


Guido Ingendaay

Erfahrungsbericht
Dagmar Ahrens - 7 Tage in der Dunkelheit
Juli 2021

 

 

Im Bauch des Wales

Ein Jahr genau ist es her; mein erster Aufenthalt bei Gertrud in der Dunkelhütte. Nachdem ich die Kerze ausgeblasen habe und Gertrud gegangen ist, fühle ich mich wie Jonas im Bauch des Wales. Oder wie im Innern der Gebärmutter.Es gibt nichts außer der Dunkelheit und mir.

Müde von der langen Anfahrt gleite ich in den Schlaf. Den ersten Tag von Kopfschmerzen und Übelkeit geplagt; sogar erbrochen wie bei einem Geburtsvorgang, bevor es so richtig losgeht...

Reinigung, das Innere nach außen gekehrt. Mir geht es elend. Mein Kopf droht zu platzen. Besonders die Stirn und der Scheitel schmerzen. Ich frage mich, was will ich hier. Draußen ist Sommer.

Am nächsten Tag ist alles gut. Übelkeit und Kopfweh haben sich in Luft aufgelöst. Ich fühle mich frisch und neugierig. Gewöhne mich so langsam an die Dunkelheit. Die Zeit schleicht so dahin, mit ihr meine trägen Gedanken. Die Kirchturmuhr im Dorf schlägt dumpf den Takt dazu. Irgendwann nehme ich seltsame Augenphänomene wahr; Starkes Flackernhinter meinen Augenlidern. Das Flackern ist auch im Raum sichtbar. Offenbar auch für Gertrud, die bei ihrem abendlichen Besuch feststellt, dass es schon heller werde im Zimmer.

„Dein drittes Auge hat sich schon geöffnet“. Ich staune und finde das gut.

In der Nacht zeigen sich die Wände voller Lichtschnüre; wie die Isobaren auf den Wetterkarten. Dann erscheinen winzige Sterne wie am Nachthimmel. Ist das ein Trick? Irgendwo ein versteckter Projektor, der Dias an die Wand wirft und diese Illusion kreiert?

Ich kapiere langsam, dass das, was ich auf den Wänden sehe irgendwas aus meinem Inneren ist. Ich bin der Beamer, der bewegte und unbewegte Bilder auf eine Leinwand projeziert. Die Bilder sind nicht nur auf den Wänden zu sehen. Sie verschwinden nämlich nicht, wenn ich die Augen schließe. Dann kann ich sie hinter meinen geschlossenen Lidern sehen. Ganz schön verrückt! Und die Sterne begleiten mich die ganze Nacht.

„Das ist der Kosmos in dir“, erklärt mir Gertrud am nächsten Tag. Der Gedanke, Teil des Kosmos zu sein oder sogar der Kosmos selbst zu sein, gefällt mir.

Manchmal ist es ganz dunkel. Manchmal tut sich stundenlang gar nichts. Dann ohne erkennbaren Anlass erscheint das dritte Auge im Raum. Es sieht aus wie eine Wolke, durch die sich die Sonne kämpfen möchte; ganz hell.

Es hat die Form eines Auges, aber ohne Pupille, an den Rändern Hautfetzen. Und es flackert oder pulsiert; wechselt zwischen weiß und schwarz. Eine schwarz – weiß pulsierende Wolke, die immer größer wird, sich auf mich nieder senkt, mich aufsaugt und durch endlose Tunnel schickt. Die sich windenden Gänge führen stets abwärts in die Unterwelt der Seele. Ich verbringe viel Zeit in der Unterwelt. Einmal sitze ich im Wurzelwerk einer riesigen, uralten Eiche, die sich über mir in den Himmel streckt. Unter der Erde bin ich Teil ihrer Wurzeln, die lichtvolle Impulse zum Pilzgeflecht funken.

Alles vibriert vor Lebendigkeit, alles kommuniziert. Ich spüre das als Kribbeln in jeder Zelle meines Körpers. Die Seele führt mich in Katakomben, wo ich auf viele Tote treffe; gestapelt am Boden, anthrazit wie aus Schiefergestein. Viele Totenschädel liegen in dunklen Ecken. Nichts davon erschreckt mich. Ich bin seltsam unbeteiligt.

Es ist nicht immer klar, was mir da gezeigt wird. Seltsame Muster, wie aztekisch, Formen, Bilder, die mein Verstand nicht entschlüsseln kann. Dann wieder klare Eindrücke; eine Wand aus grobbehauenen Steinen mit einem Fenster, durch das ich in aller Deutlichkeit eine mittelalterliche Stadt erkenne oder an anderer Stelle ein Raum, der sich vor mir öffnet, in dem sich minoische Kunstgegenstände befinden.

Die Vorstellung verläuft oft über Stunden. Ich kann sie nicht einfach abschalten, habe keinerlei Kontrolle. Wenn mir die Augen vor Müdigkeit und Erschöpfung zufallen, geht es unerbittlich im Traum weiter. Manchmal bin ich es leid, will nur meine Ruhe haben. Das aber interessiert die Seele nicht.

Irgendwann, am dritten oder vierten Tag, verwandeln sich die eindimensionalen Bilder in dreidimensionale Visionen. Plötzlich finde ich nach einem Gang zum Klo das Zimmer komplett umdekoriert vor. Wunderschöne Schleier aus zarter Spitze hängen auf meinem Weg zum Bett, das ich nur auf allen Vieren krabbelnd wiederfinde. Oder Wasserwände türmen sich vor mir auf, durch die ich durchtauchen muss, oder das dritte Auge liegt am Boden vor mir und besteht aus glitschigen Noppen. Oder das Zimmer hängt voller bunter Mobiles.

In dieser Phase verirre ich mich ständig auf den vier Quadratmetern, selbst im winzigen Badezimmer finde ich Klo und Waschbecken nur noch tastend. Alle Orientierung löst sich in den sich stets wandelnden Visionen auf. Atmen hilft gegen aufkeimende Verzweiflung, nicht mehr zu wissen, wo ich mich gerade befinde.

Den fünften Tag verbringe ich in kargen, öden Seelenlandschaften; ich sitze mittendrin. Mal in einer Wüste oder Steppe mit verkohlten Baumstümpfen; mal mitten in einem Berg, die schroffen Felsen um mich her, mal in einem Kerker. Stunde um Stunde um Stunde.

Irgendwann bin ich so müde, dass ich wütend werde auf diese öden Visionen. Ich langweile mich, ich habe keine Lust mehr. Beschwere mich bei Gertrud, als sie abends nach mir schaut. Hab richtig schlechte Laune.

Gertrud ermahnt mich zu mehr Geduld. „Das ist ein Geschenk der Göttin, welches du heute noch erhältst.

Lass einfach alles durch dich hindurchlaufen“. Wie so oft, sind Gertruds Worte ein sicheres Geländer durch die Dunkelheit. Ich lasse alles, was ich sehe durch mich durchlaufen. Das ist leichter, als ich dachte.

Ich bin erschöpft, aber entschlossen, nicht aufzugeben. Meine Seele schwebt wie in einem Aufzug nach unten, wieder in die Unterwelt. Der Teufel begegnet mir als Comicfigur. Er schreit mich an. Durchlaufen lassen. Ich sehe Vergewaltigungen an Frauen; auch sie sehen aus wie Comicfiguren. Durchlaufen lassen. Verstümmelungen, Enthauptungen. So geht das lange weiter. Gefühlte Stunden später schwebt die Seele nach oben. Das gibt mir Mut. Ich befinde mich nun in Mittelerde. Viele menschliche Interaktionen werden dargestellt mit kleinen Figuren, wie ich sie von Modelleisenbahnen kenne. Auch hier viel Gewalt und Streit.

Sehr viel später geht es weiter nach oben mit der Seele. Ich bewege mich an wunderschönen Ornamenten vorbei immer weiter Richtung Himmel.

Die Sterne rücken näher. Mein Aufzug in den Himmel legt einen Stopp ein. Ich sehe und spüre sehr deutlich wie kleine Figuren, die Playmobilmännchen ähneln, mit Werkzeugen wie Säge, Hammer und Zange an mir rumdoktern. Es ruckelt am Bein, am Knie, an meinen Händen, den Fingern. All meine kleinen Zipperlein werden bearbeitet.

Ich bin sehr verwundert, was da vor sich geht. Als die Handwerkertruppe mit mir fertig ist, geht die Seelenfahrt in den Himmel weiter.

Nächster Stopp. Deutliche Berührung meines Wurzelchakras. Das spüre ich tatsächlich so, als hätte mich ein Mensch dort berührt. Plötzlich geht von der Stelle eine unbeschreibliche Energie und Ekstase aus, dass ich fast explodiere. Und so geht das von Chakra zu Chakra weiter. Nur kurze Pausen zwischen den einzelnen Aktivierungen.

Jedes Mal eine Berührung, so als würde an der Stelle etwas geöffnet oder entflammt, dann vollkommene Glückseligkeit, nie gekannte Ekstase. Ich kann es kaum fassen, was da mit mir passiert, lasse mich aber vollkommen hineinfallen und löse mich auf, bin Körper und bin es gleichzeitig nicht.

Reines, unverstelltes Glück.

Ich erinnere mich noch genau an die Berührung meines Scheitels. Es fühlt sich an, als würde jemand durch mein Haar fahren und meine Kopfhaut aufkratzen, dann wieder Glückseligkeit. Ich schwebe durchs Universum.

Nichts belastet mich mehr, nichts spielt mehr eine Rolle.Dann begegne ich noch der Göttin. Genauer gesagt einer riesigen Göttinnenskulptur. Sie kippt mir entgegen, kippt einfach auf mich drauf, und ich bin sie, und sie ist ich.

 

Wie aus weiter Ferne höre ich die Kirchturmuhr zwölf Uhr schlagen. Mitternacht. Ein fast heiliges Staunen erfüllt mich. Das Leben ist voller Magie. Dann nur noch Dunkelheit. Ich segele durch diese so freundliche Dunkelheit, die mich hält und trägt.

Alles ist gut. Bin völlig beseelt, kein Gedanke trübt mein Bewusstsein. Die Stille umhüllt mich. Ungekannter Frieden in mir. In den frühen Morgenstunden raffe ich mich auf zur Toilette. Ich kann kaum gehen. Im Badezimmer öffne ich das Fenster nur einen kleinen Schlitz weit. Ein grauer Lichtstreif fällt auf das Gesicht, das mir aus dem Spiegel entgegenblickt. Ich weiß ja, dass das mein Gesicht sein muss, aber ich schaue in Tellergroße, uralte Augen, in Katzenaugen. Mein Gesicht und gleichzeitig das der Göttin, alles andere als schön und lieblich.

Als mich Gertrud im Laufe des Vormittags aus dem Dunkeln ins Tageslicht geleitet, bin ich wie ein Säugling. Dünnhäutig, vollkommen geöffnet.

Ich bin nochmal neu in diese Welt geboren worden, eine spirituelle Geburt. Für dieses Wunder bin ich unendlich dankbar; dem Universum, meiner weisen Seele und auch Gertrud, die mir Hebamme war und mich sicher und stets mit den richtigen Worten durch die Dunkelheit geleitet hat.

Erfahrungsbericht
Ulrike - 8 Tage in der Dunkelheit
Juni 2021

 

 

Liebe Gertrud,

in leiser Aufregung was kommt, habe ich mich auf den Weg gemacht, gefolgt von der Stimme meines Herzens....

Jetzt war ich da, in der Blockhütte liebevoll eingerichtet, empfangen von Gertrud, eingehüllt von Herzenwärme.

Von der Göttin der Dunkelheit aufgenommen, das Gefühl der Vertrautheit, wie im Schoß der Mutter.

In allen Bedürfnissesn erfüllt, war alles da  um zu sein. Die Dunkelheit und die Gespräche mit Gertrud haben mich immer 

weiter in den Zustand des seins gebracht.

Losgelöst von Raum und Zeit, schwebend im Nichts. Tief in mir Frieden und Dankbarkeit.

Zuhause wieder angkommen, noch etwas schwach, um den Alltag normal wieder aufzunehmen, fühle ich, das die Dunkelheit ein 

Zuhause für mich ist.

Liebe Gertrud, Du bist eine sehr weise, liebe , humorvolle und lebenslustige Frau. Danke das ich Dir begegnen durfte. Danke 

für die Inspiration und das spüren der weiblichen Urkraft in mir, die Wölfin.

Ich komme wieder.

 

In Liebe Ulrike

Erfahrungsbericht

Steffi - 4 Tage in der Dunkelheit

Jahreswende 2020/21

 

 

Liebe Gertrud!

 

4 Nächte durfte ich über Silvester in deinem Dunkelzimmer verbringen. Ich hatte mich sehr auf diese Auszeit gefreut, ohne so recht zu wissen, was da auf mich zukommt. Das Zimmer ist wunderbar gemütlich und bodennah eingerichtet; immerhin bewegt man sich im Dunkeln meist krabbelnd und tastend vorwärts. Gehofft hatte ich auf besondere Erkenntnisse und spirituelle Erfahrungen. Kennenlernen durfte ich ... mich selbst. Meine inneren Anteile, lichtvolle und Schattenanteile, das, was meine Seele bewegt, das, was mein Leben ausmacht, was mich ausmacht und was ich in die Welt geben will. Liebe! Wenn die Liebe meinen Weg erhellt, ist es der richtige Weg, unabhängig davon, wo ich bin, was ich tue und was das Ziel ist. Es war absolut wunderbar, dies so deutlich in der Dunkelheit spüren zu dürfen. Ich hab meine Lieder gesungen, heilsame Lieder, die aus dem Herzen flossen; und ich war unendlich dankbar für mein Augenlicht und dass ich mein Leben nur für einen selbstbestimmten Augenblick im Dunkeln verbracht habe. Es wurde mir sehr deutlich, wieviel Wertvolles es in meinem Leben gibt.

Dabei warst du, liebe Gertrud, eine Begleiterin voller Weisheit und Wissen, die meinen Prozess unterstützt und vorangebracht hat. Danke 1000mal für diese Erfahrung!

Wir werden uns bestimmt wieder begegnen!

 

Dunkelheit umhüllt mich sanft wie ein weiches Tuch,

öffnet meine Sinne weit, Dunkelheit ich such!

Mutter Erde, halt mich fest, lieg in deinen Arm’,

zeigst mir meiner Seele Buch,

Dunkelheit ich such!

 

Alles Liebe, deine Steffi

Erfahrungsbericht

Birgit - 10 Tage in der Dunkelheit

Rauhnächte 2019/20

Zehn Nächte durfte ich im magischen Blockhaus im Garten von Gertrud verbringen. Ich fühlte mich wohl behütet von einer liebevollen lebendigen Dunkelheit. Und ich wurde während der ganzen Zeit fürsorglich, kompetent und wunderbar klar und geerdet begleitet von Gertrud. Die täglichen Gespräche mit ihr waren wie ein Licht imDunkeln, danach konnte ich immer erneut klarer sehen. Nach jedem Gespräch war ich zuversichtlich eingestimmt auf die kommenden inneren Prozesse, die nächsten inneren Reisen. Danke Gertrud!

Die Dunkelheit und die Stille entpuppten sich für mich als überraschend wohlig, zugewandt, beschützend und umhüllend. Von hier aus starteten jeweils die inneren Reisen und fanden immer wieder zurück zu dieser bedingungslos nährenden Basis. Meine Angst vor Dunkelheit wich einer alten Liebe zu ihr. Danke Dunkelheit!

Und in diesem Milieu entfaltete sich eine unerwartete Reise.

Zuerst musste ich die Hürde meines Verstandes nehmen, der trotz aller Hingabe, an Vorstellungen festhielt, wie es zu laufen hat und den Prozess kontrollieren und manipulieren wollte. Aber er erschöpfte sich in den ersten Tagen und dann war ich leer genug, geschehen zu lassen, was sein wollte.

Eine Essenz der Tage: es geschieht!

Und es geschah nach einem Drehbuch, dessen Weisheit ich erst am Ende erfassen konnte und die mich demütig zurückließ. Von Mutter Erde tief ins Herz genommen, dufte Heilung geschehen und ich wurde an das Mysterium des Ur-Weiblichen erinnert und neu angebunden.

Es war eine Mischung aus Konfrontation mit vergangenen Erfahrungen, in denen es etwas zu erlösen gab und Reisen zu größeren kosmischen Zusammenhängen, in denen ich schauen und erkennen durfte.

Bis hin zu einer Begegnung mit Gevatter Tod und einem Neugeborenwerden am letzten Morgen.

Ich durfte sehen, wie die kosmische Mutter aus dieser Stille und Dunkelheit alles gebiert, wie das Göttliche sich in absolut Allem, auch den dunkelstenAnteilen tanzt, wie der Tanz sich ewig wandelt,

es aber keinen wirklichen Tod gibt.

Die Liebe ist.

In tiefer Dankbarkeit für Alles!

Birgit

Erfahrungsbericht

Daniel - 14 Tage in der Dunkelheit

Psychiater und Bildhauer

aus der Schweiz

 

Von den Dunkelretreats habe ich vor ca sechs Jahren durch einen Meditationslehrer erfahren. Damals beschäftigte mich die Frage, ob ich meine psychiatrische Praxis im Alter von 71 Jahren aufgeben dürfe, aber auch jene um Leben und Sterben. Mit dieser Problematik ging ich in mein erstes Dunkelretreat bei Gertrud Niehaus. Ich hatte grossen Respekt, um nicht zu sagen Angst, vor der Erfahrung von elf Tagen Alleinsein in der Dunkelheit. Es waren nicht nur angenehme Erfahrungen, die sich mir zeigten, aber immer fühlte ich mich von einer tiefen Liebe getragen und beschützt. Letztlich begegnete ich ja immer nur mir selbst und bin mir auch im Alltag nicht immer nur leicht erträglich. Trotzdem erlebte ich viel mehr, als ich mir mit meinem beschränkten Normalbewusstsein hätte vorstellen können. Die Dunkelheit erfuhr ich als Spiegel meiner selbst und war immer wieder erstaunt über die Stimmigkeit und Intelligenz des Erlebten. Inzwischen sind zwei weitere Dunkelretreats dazugekommen und ich freue mich auf das nächste im Herbst diesen Jahres.

Aus Gertrud Niehaus spricht tiefe Lebens- und Seinserfahrung, gepaart mit fundiertem psychologischem Fachwissen. Bei allem Auftauchen von mythischen und mystischen Inhalten bewahrte sie viel Nüchternheit und Bodenständigkeit. Nie glitt sie in seichte Esoterik ab. Es gab keine Situation, in der ich mich von ihr nicht verstanden und gehalten fühlte. Dort wo ich mich hinbewegte, war sie schon. Eine echte Seelenbegleiterin bei der Begegnung mit meinem Selbst oder wie man das Namenlose immer nennen will. Dabei beeindruckte mich immer wieder ihre tiefe Menschlichkeit, ihr Respekt vor dem Gegenüber, vor der anderen Meinung und vor allem ihr grosser Humor. Wir haben bei aller Ernsthaftigkeit viel gelacht zusammen. Ich kann Gertrud jedem/jeder ernsthaft Suchenden wärmstens empfehlen.

Mit herzlichen Grüße, Daniel

Erfahrungsbericht

Raphaela - 7 Tage in der Dunkelheit,

Mai 2019

Das Unbeschreibliche in Worte fassen zu wollen fühlt sich schon fast vermessen an, aber ich will es dennoch versuchen, Dir liebe Gertrud ein Feedback zu geben über meine erste Erfahrung mit vollkommener Dunkelheit.

In letzter Zeit meldete sich in mir eine unbestimmte Sehnsucht nach Dunkelheit, tiefer Stille und konsequentem Rückzug aus dem Alltag. Und mit der Zeit manifestierte sich dieses vage Gefühl zu dem konkreten Vorhaben ein Dunkelretreat zu buchen.

Ich fand über einen kurzen Umweg auch recht schnell deine Webseite und wusste sofort, dass ich angekommen war.

Also buchte ich kurzentschlossen 8 Tage Dunkelheit bei dir im Blockhaus irgendwo in der Lüneburger Heide an einem Ort, von dem ich nie zuvor gehört hatte und ich hatte auch kaum eine Vorstellung davon, was mich in dieser Woche erwarten würde.

Ich versuchte mich auf das Unbekannte einzustimmen, indem ich schon zu Hause dazu überging – wann immer es irgendwie möglich war - dem Rhythmus der Natur zu folgen und abends kein Licht mehr anzumachen. Schon hier vertiefte sich auf wundersame Weise meine innere Verbindung zu mir selbst und zu Mutter Erde. Wie weit sich dieser Prozess in absoluter Dunkelheit noch fortsetzen sollte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erahnen.

Am Tag meiner Ankunft hatte ich dann bei einem ersten persönlichen Gespräch mit dir Gelegenheit wichtige Dinge zu erfahren, wie genau diese Woche ablaufen sollte. So gerüstet begann ich dann mein Experiment „Dunkelheit“.

Der Raum in der Blockhütte war liebevoll und einladend vorbereitet. Neben einem Bett gab es auch eine kleine, gemütliche Rückzugsecke mit schönen großen Kissen und Yogamatten, die ich später so gern zur Meditation benutzte. Das Bett war mit wunderschöner Bettwäsche bezogen, die das Gefühl von Geborgenheit ausstrahlte - auch wenn ich sie später in der Dunkelheit nicht mehr sehen konnte - und auf einem kleinen Tisch in der Ecke waren bereits verschiedene Getränke für mich bereitgestellt, die in der Fastenzeit für mein leibliches Wohl sorgen würden.

Ich versuchte mir alles genau einzuprägen und eine Art System für mich auszudenken, wie ich mich in diesem - betörend nach frisch geschlagenem Holz duftenden - Zimmer zurechtfinden würde. Wohin würde ich meine Kleidung legen, die ich tagsüber tragen wollte und wo würde ich meinen Schlafanzug deponieren? Wie würde ich im Dunkeln meine Zahnbürste finden? Wo sollte mein Kamm liegen? Wie würde ich wissen, wann die Schüssel mit der Suppe gefüllt ist und sich diese nicht eventuell auf den Boden ergießen würde? Was für lächerliche kleine Fragen, die plötzlich große Wichtigkeit erlangten und schon in diesem Moment meinen bisherigen Alltag ein Stück weit zurückdrängten. So langsam ordnete sich aber alles und ich fühlte mich gewappnet den großen Schritt zu wagen und das Licht im Blockhaus für 8 Tage zu löschen und mich damit dieser aufregenden Erfahrung ganz hinzugeben. Eingehüllt in die Dunkelheit und die Süße des Nichtstuns blieb tatsächlich nichts mehr übrig, als den Prozessen des Seins nachzuspüren und mich in der großen Kunst des Loslassens zu üben.

Welch ein Genuss von unendlicher Freiheit keinem Zwang mehr unterworfen zu sein! Und zugleich welch eine immense Herausforderung diesen Genuss annehmen und in vollen Zügen leben zu können. Schlafen, wenn mir nach Schlafen war und dabei zu entdecken, das sich unablässig das schlechte Gewissen ob dieser „Faulheit“ meldete und Bedenken äußerte. Sollte ich nicht lieber die Zeit nutzen und mich zur Meditation hinsetzen, um

auf meinem spirituellen Weg weiter voranzuschreiten?

Die Weisheit meines Körpers erwies sich wieder einmal als perfekter Lehrmeister und führte mich schließlich wie von selbst in die Stille, die ich gesucht hatte. Anfangs jedoch wählte ich immer wieder den Rückzug in den Schlaf, so groß war die Erschöpfung vom Alltag.

Nach einiger Zeit nutzte ich aber dann immer öfter meine gemütliche Ecke, um in der Stille zu sitzen und meinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Am ersten Tag war ich überrascht, wie mein Unterbewusstsein auf Hochtouren arbeitete und mir im Schnelldurchlauf die verschiedensten im Meer des Vergessens plötzlich aufgetauchten

Episoden meines Lebens präsentierte. Auch am nächsten Tag bombardierte mich mein Geist mit all den aktuellen Themen, vor denen ich gern in die Dunkelheit geflohen wäre und nun holten sie mich wieder ein. Es gab kein Entrinnen, alles wollte noch einmal angeschaut werden, bevor dann am dritten Tag endlich die ersehnte Ruhe einzukehren schien und sich Gedanken immer spärlicher zeigten. Stille.

Die alltäglichen Verrichtungen im Dunkeln erwiesen sich als unproblematisch. Bald wusste ich intuitiv, wann ich bei der Badezimmertür angekommen war, das Duschen im Dunkeln entpuppte sich als eine unerwartete Wonne für die Sinne und auch meine Zahnbürste konnte sich trotz der Dunkelheit nicht verstecken. Meine Ohren waren nach

2 Tagen im Lauschen richtig geübt und so wusste ich genau, wann die Suppenschüssel gefüllt war ohne auch nur einen Tropfen der köstlichen Mahlzeit an den Fußboden zu verschenken.

Schon nach kurzer Zeit zeigte sich vor meinen geschlossenen Augen ein vorher noch nie gesehenes Leuchten, was mich permanent begleitete. Mehrmals ertastete ich meine Augenlider um zu prüfen, ob diese tatsächlich geschlossen waren.

Und wahrhaftig war ich in dieser undurchdringlich erscheinenden Dunkelheit treu umgeben von einem magisch türkis-blauen Licht, welches meinen inneren Raum erhellte.

Von Tag zu Tag offenbarten sich mir mehr Details dieser anderen Welt, in die ich durch die Dunkelheit hindurch eingetreten war. Ich fand mich in einem Reich wieder, dessen mit großen und kleinen, woll-weichen Noppen übers.ten, blau-grün leuchtenden Wände sich immer wieder verschoben, anscheinend mal mehr und mal weniger Platz für mich einräumend. Und in dem Maße, wie sich mein innerer Raum weitete, dehnte sich auch die Zeit ins schier Unendliche. Mir wurde die Gnade zuteil immer wieder in einen Zustand eintauchen zu dürfen, in dem es nur noch Staunen gab, wo Raum und Zeit nicht mehr existierten.

In tiefer Versunkenheit nahm ich mehrmals wahr, wie mein Körper von unsichtbaren Wesen zersägt oder in Stücke gerissen wurde und wie sich im nächsten Augenblick das atemberaubende Panorama einer unbekannten Welt einladend vor mir ausbreitete.

Zu anderer Gelegenheit erlebte ich mich als ein in einer liebevollen Hülle sicher und fest eingeschlossenes Samenkorn, tief in der Erde schlummernd und darauf wartend von göttlichem Licht nach oben getragen zu werden, um endlich die feste Hülle sprengen zu können und mich - als Pflanze geboren – für die Umarmung mit dem leuchtenden Firmament des Himmels emporwachsen zu sehen.

Tief in den Boden hinein wuchsen meine Wurzeln, die aus meinem Körper heraus nach unten in den 

schwarzbraunen Boden drängten und gleichzeitig spürte ich meinen Scheitel unablässig nach oben zum Licht streben, während aus meinem Rumpf und meinen Armen zarte Zweige mit samtig-grünen Blättern wuchsen. Mit jeder Faser meines Körpers erlebte ich mich in diesem Moment als Pflanze, meine menschliche Natur während dieser Erfahrung nicht mehr existierend.

Das alltägliche Prozedere der Mahlzeiten, das Lauschen auf den Klang der nahen Kirchenglocken im Dorf und die Geräusche auf der Straße brachten mich immer wieder in die Blockhütte zurück, sorgten für die nötige Erdung. Unterstützend waren dabei auch die wertvollen Gespräche mit Dir, deren flexible Handhabung ich als sehr wohltuend empfand.

Ich erinnere mich, wie sehr mich am 6. Tag die Langeweile plagte und wie schnell sie auch wieder verflog, als es mir gelang mich ganz in dieses Gefühl hinein zu entspannen.

Und ich spüre auch jetzt noch immer meine kindliche Ungeduld und Vorfreude, mit der ich den Augenblick erwartete, wo ich die selbstgewählte Dunkelheit wieder verlassen würde.

Am letzten Tag nahm ich mir viel Zeit mich von der Dunkelheit zu verabschieden, von allem, was mich auf meiner Reise begleitet und was ich in mein Herz geschlossen hatte.

Der Raum in der Blockhütte war zu meinem Freund geworden, jeder einzelne Holzbalken wusste von meinen Erlebnissen, auch das Schaffell, was so oft meine Fü.e liebkost und gewärmt hatte.

Endlich öffnete ich dann etwas zögerlich die Tür zur Außenwelt und überlie. meinen Körper und meine Sinne dem Erleben im gleißend-hellen Sonnenlicht. Welch ein Funkeln und Glitzern mich dabei empfing, können meine Worte nur spärlich wiedergeben. Die Erde präsentierte sich in einem Gewand aus Milliarden winziger Kristalle, als wenn am Himmel soeben ein riesiger Spiegel in unendlich viele, winzige Splitter zerborsten wäre und sich diese in einer fein gewebten Hülle über die Erde gelegt hätten. Das Grün der Bäume war grüner als je zuvor von mir wahrgenommen, die unglaubliche Farbenpracht des Lebens betörte mein Sinne und rührte mich zu Tränen der Freude.

Nie erlebte Glückseligkeit durchströmte meinen Körper und ließ mich in tiefster Liebe, Dankbarkeit und Demut vor der Schöpfung niederknien.

Vom Anfang bis zum Schluss stimmte für mich einfach alles
Eindrücke und Erfahrungen zu meinem ersten Dunkel-Retreat

Ich bin Cornelia Rottmann, 66 Jahre alt, Trainerin für Supervision, Mediation und Coaching an der Kieler Uni.

Obwohl ich seit vielen Jahren auf dem inneren Weg bin, hatte ich bis vor kurzem noch nie von der der Möglichkeit eines Dunkel-Retreats gehört. Als ich „zufällig“ davon erfuhr, fühlte ich mich einerseits sofort angezogen, andererseits auch bange und unbehaglich bei der Vorstellung, diverse Tage allein in kompletter Dunkelheit zu verbringen. Welche belastenden Gefühle und Erinnerungen würden aus dem Unbewussten an die Oberfläche gespült? Wie würde ich diese Erlebnisse verarbeiten?

Da die Faszination überwog, informierte ich mich genauer über Dunkel-Retreats und fragte schließlich per Mail bei Gertrud Niehaus an, ob ich über die Jahreswende für 7 Tage und 8 Nächte kommen könne. Umgehend bekam ich die Antwort, dass sie den klaren Impuls verspüre, mir den Aufenthalt zu ermöglichen und gerade dabei sei, in ihrem Garten eine speziell für Dunkel-Retreats konzipierte Blockhütte bauen zu lassen.

(Später erfuhr ich, dass die Hütte am Abend des 26. Dezember, nur einen Tag vor meiner Anreise, fertig geworden war. Zwei Helfer hatten beschlossen, zwei Tage länger als vereinbart zu bleiben, um die letzten Arbeiten rechtzeitig abzuschließen und mir den Aufenthalt zu ermöglichen. Ich bin den beiden Männern für ihren Einsatz dankbar. Dadurch hatte ich das Privileg, die erste zu sein, die in der schönen Blockhütte wohnen durfte.)

Diejenige, die diese Tage zu einer der besonders wertvollen, herausragenden Zeit meines Lebens werden ließ, ist indes meine Begleiterin Gertrud Niehaus.

Bereits die kurzen Mailkontakte und die beiden Telefonate im Vorfeld waren unkompliziert, offen und sympathisch, ebenso der freundliche Empfang auf dem Lüneburger Bahnhof. Meine anfängliche Anspannung ließ schnell nach als mir deutlich wurde, dass ich in Gertrud eine weise Frau an meiner Seite habe, die seit über 20 Jahren profunde Erfahrung hat in der Begleitung von Menschen während eines Dunkel-Retreats.

Der erste Eindruck hat sich anschließend nur noch bestätigt und vertieft. Ich fühlte mich während meiner Zeit im Dunklen rundum exzellent versorgt, gleichermaßen körperlich wie mental und seelisch.

Dass hier eine Frau am Werk ist, die weiß, was sie tut, spiegelt sich bereits in der Einrichtung der Hütte wider. Alles, was der Mensch in kompletter Dunkelheit braucht ist da, und nichts darüber hinaus: Ein kleiner, gut beheizter Raum nebst Badezimmer, ein gemütliches Bett, ein bequemer Schaukelstuhl mit Fußteil, eine Yogamatte, ein Meditationskissen, genügend warme Decken und Kissen. Zudem ein Tischchen mit einer großen Thermoskanne Gemüsesuppe, einer weiteren Thermoskanne Kräutertee, einer Suppenschüssel, einem Becher, einer Flasche Wasser und einer Küchenrolle. (Letztere erwies sich keinesfalls als überflüssig, da es anfangs gar nicht so einfach ist, sich ohne zu kleckern Tee und Suppe einzuschenken.)

Jeden Vormittag gegen 10.00 Uhr  kommt Gertrud zu einem einstündigen Gespräch zu mir in die Dunkelheit. Sie bringt die aus Biogemüse frisch gekochte Suppe und den Tee mit. Ich kann so viel davon bekommen wie ich möchte. (Noch nie habe ich dermaßen angenehm gefastet wie mit diesen köstlichen Suppen.) 

Die täglichen langen Gespräche morgens wie auch die kürzeren am Abend genieße ich sehr. Es ist ein Austausch auf Augenhöhe, der mich inspiriert und beglückt. Fragen und Themen, die während der langen Stunden des Alleinseins aufgetaucht sind, kann ich im Gespräch vertiefen oder klären. Die Deutung meiner Träume, die viel intensiver sind als sonst, empfinde ich als ungemein erhellend. 

Auf meinen persönlichen Prozess während dieser Woche werde ich hier nicht näher eingehen. Nur so viel sei gesagt: Anders als vorher befürchtet, hatte ich zu keinem Moment Gefühle von Angst, Beklemmung oder gar Panik. Im Gegenteil breiteten sich im Laufe der Woche immer stärker Empfindungen der Heiterkeit, Zufriedenheit und der tiefen Ruhe aus, während gleichzeitig die Gedanken langsamer wurden. Das Sitzen in Stille und absoluter Muße war für mich eine ebenso ungewöhnliche wie außerordentlich wohltuende Erfahrung. 

Inzwischen bin ich erholt und gestärkt in meinen quirligen, arbeitsreichen Alltag zurückgekehrt. Noch begleitet mich ein Unterstrom von Stille. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt  diese Grundgestimmtheit aufrecht zu erhalten. Was ich indes sicher weiß ist, dass es – in dieser Umgebung mit dieser Begleiterin - nicht mein letzter Dunkel-Retreat war.

Aus eigenem Erleben kann ich die Sorgen und Befürchtungen, die der Entscheidung für solch einen herausfordernden  Rückzug von der Welt eventuell vorangehen, gut nachvollziehen. Wenn Sie zögerlich sind und den Eindruck haben, dass  es für Sie sinnvoll sein könnte, über Ihre Bedenken mit einem „Dunkel-Retreat-Neuling“ zu sprechen, mailen Sie mir oder rufen Sie  mich an. (Gertrud Niehaus hat meine Kontaktdaten.)

Saskia John, die Autorin des Buches

"Grenzerfahrung Dunkelretreat",

durfte ich im Sommer 2016, 26 Tage bei mir im Haus, durch die Dunkelheit begleiten.

Saskia:

"Der letzte Dunkeltag gipfelte in einer sehr tiefen Erfahrung. Es schien mir, als ob die vorherigen 25 Tage wie eine Vorbereitung darauf waren. Ich kam in Kontakt mit uralten,weiblichen,archetypischen Kräften, die im Dunkel des Urmeeres gefangen gehalten wurden. Ich befreite diese Kräfte und kam in Kontakt mit einer riesigen Krake. Ich schaute sie an und sie schaute mich an. Es war ein Austausch von Auge zu Auge. Aus den Augen der Krake floss uraltes Wissen und unsagbare Güte zu mir. Ich war sehr ergriffen und berührt. Ich wusste,das diese Weisheit auch ich bin und nahm wahr,das das eine Auge tausend Augen hat. Das Erkennen und das Erkannte,das Schauende und das Geschaute waren eins. Das habe ich klar gefühlt.Ich erkannte,das es egal ist, was ich mache-es geht darum, dass ich diese Qualitäten in die Welt bringe:".

Gertrud:

Diese Weisheiten können nur aus dem Herzraum kommen. Die Dunkelheit öffnet den heiligen Raum des erwachten Herzens. Hier" träumen" wir von einer neuen Welt, in der unsere Probleme unbekannt sind. Das Herz weiß genau, wie wir handeln müssen ohne unseren Verstand einzuschalten. ES MACHT KEINEN SINN ÜBER KRIEG UND VERSCHWÖRUNG NACHZUDENKEN und wie wir einen Krieg beenden können.Veränderung ist nur möglich, wenn wir in unserem Herzen in Balance sind und je mehr Menschen das wissen, um so mehr können wir verändern. Wenn wir in den heiligen Raum des Herzens gehen,sieht und fühlt man die gesamte Welt.
Eine große Zahl der indigenen Völker dieser Erde, ihre Führer, ihre Schamaninnen, Medizinmänner, Medizinfrauen machen nur eins:sie warten darauf, dass wir aufwachen und das wir uns daran erinnern, wer wir sind und warum wir hierher gekommen sind. Und das wir uns nicht mehr von unserem Verstand leiten lassen, sondern das unser Herz die Kontrolle über alles erringen darf.
Liebe und Mitgefühl bleiben und dafür danke ich Saskia. Es war mir eine Freude dich durch die Dunkelheit begleiten zu dürfen. Ich erinnere mich an viel Humor,große Tiefe, Ausdauer, Forscherdrang und immer wieder dein Lachen aus dem Herzen.

Saskia:

Ich danke dir liebe Gertrud, für deine liebevolle Begleitung, dein Dasein, dein aufmerksames Zuhören, dein Mitgehen mit meinem Prozess und deine Bilder, die in dir entstanden waren, während ich dir von meinen Erfahrungen berichtete und die meinen 26 -Tage -Prozess parallel begleiteten, bestätigten. vertieften und unterstützten. Und ich genoss jeden Tag deine leckere, wärmende, nahrhaft, selbst gemachte Gemüsebrühe während meiner Fastenzeit. Ich fühlte mich mütterlich umsorgt und sehr geborgen in deinem Haus, umgeben vom Klingen des Glockenturmes und dem bunten Vogelgezwitscher. Es war, als würde sich mein Prozess in deine weibliche Fürsorge und die natürliche Umgebung harmonisch eingebetet haben, so das genau DAS stattfinden konnte, was ich während des Dunkelprozesses erfahren durfte.
In tiefer Verbundenheit,Dankbarkeit und Vorfreude auf vielleicht mal 49 Tage…..

Buchempfehlung: Saskia John "Grenzerfahrung,Dunkelretreat" in den Tiefen der Seele

„Nach extremen Schweige-Zen-Sesshin -Erfahrungen in meiner Jugend mit streng-fast militärisch-durchstrukturierten Tagesabläufen und höllisch schmerzenden Gliedern, empfand ich diesen Weg als einen rein weiblichen Initiationsweg: Schwangerschaft und Geburt. Eine Geburt des Neuen, eine Geburt hinein in das göttliche Einheitsfeld, in liebevolle Hingabe an jeden Moment. Die Geburtswehen waren die Gedankenlawinen der ersten Tage, die über mich und durch mich hindurch rollten. Irgendwann strömten nur noch köstlicher Duft, Klang und Licht aus höheren Räumen aus mir heraus und in mich hinein, und die Stille empfing mich, wie ewiger Raum. Geboren im Schoß der großen Mutter :"Ich bin, ich schwimme in einem Meer von Liebe, ich bin Liebe verbunden mit der Quelle“.

Dorothea J.May

Gespräche in der Dunkelheit

Gertrud:

Du warst nun 3 mal in der Dunkelheit d.h. dies ist das 3. Dunkelretreat.
Was motiviert dich für 14 Tage in die Dunkelheit zu gehen?

Ambet:

Es ist für mich eine innere Reise. Ich suche nicht alles im äußeren. Ich bin gespannt auf alles, was ich so in meinem Inneren in der Dunkelheit antreffe. Ich lerne in der Dunkelheit mit den guten Seiten in mir aber  auch mit den Schattenseiten in mir in Kontakt zu kommen. Ich erkenne in der Dunkelheit, wo bin ich im Frieden, wo kann ich Lebensthemen von mir schon ruhen lassen und was will noch angeschaut werden.

Gertrud:

Was hattest du dir als Thema für diese Dunkelretreat gewählt?

Ambet:

Da kamen große Thema in Gang, die beim letzten mal in der Dunkelheit schon aufgetaucht sind. Ich denke, ich habe dieses Mal zu diesem bekannten Thema den Teig so richtig durchgeknetet. Jetzt bin ich an diesem Punkt angelangt, das ich zu diesem Thema Frieden schließen kann.

Die Aggressionen, die ich am Anfang des Retreats hatte und auch die Verzweiflung, das alles  ist nicht mehr da. Ich habe es angeschaut, bearbeitet, von allen Seiten beleuchtet und eben auch angenommen und das hat zu einem großen Frieden geführt in meinem Inneren.

Gertrud:

Wie anderes erlebst du die Konfliktbearbeitung in der Dunkelheit als in deinem Sessel z.B. zu Hause?

Ambet:

Es ist jedes mal anders. Die Erfahrung ist davon abhängig wie viel du schon an einem Thema gearbeitet hast und wie weit du selbst schon damit gekommen bist. Dementsprechend wirst du auch eine bestimmte Zeit in der Dunkelheit brauchen. Diese Themen habe ich schon intensiv und mehrere Male bearbeitet und nicht nur in der Dunkelheit. Aber was anders ist in der Dunkelheit als zu Hause im Sessel die Themen zu bearbeiten ist allein schon die Intensität, die Dichte der Themen, die in den ersten 3-4 Tagen hoch kommen. Das Gehirn rast wie gerückt in der Zeit -es  redet und redet und redet.
Dadurch das die äußeren Reize nicht da sind Licht und alles andere an Ablenkungen nicht da ist, hat der Verstand irgendwann nichts mehr zu  tun. Er kann sich an nichts mehr festhalten. Ich schaffe es auch nicht in den ersten Tagen des Retreats einem Gedanken zu folgen -alles sind  Gedankenfetzen.

Gertrud:

Du spürst wie flüchtig Gedanken sind.

Ambet:

Ja, Gedanken sind vollkommen flüchtig und die immer wiederkehren zu einem Thema kann man nicht verfolgen. Sie ergeben einfach keinen Sinn. Alles rast im Kopf  wie eine Herde Pferde, die völlig unkontrolliert über eine Steppe rennen. So sehe ich es. Nach ein paar Tagen senkt sich dann eine Ruhe über diesen gedanklichen Prozeß und dann verlieren sie sich zu einem Thema  ganz oder sie werden viel ruhiger und zielgerichteter. Dann kann man den einzelnen Gedanken nehmen, ihm folgen und ihm eine Richtung geben. Dazu werden dann auch Gefühle freigegeben. Man kann dann wirklich in die Tiefe gehen und schauen, was da noch hochkommen möchte. Es wird dann  möglich einem Weg zu folgen, den man sich z.b. vorgenommen hat. Am Anfang  des Retreats ist so etwas gar nicht möglich.

Gertrud:

Du sagtest, du hast in den 3 Retreats ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ist das so?

Ambet:

Wie ich dir berichtet habe, hatte ich mir im 1. Retreat eine Christuserfahrung gewünscht. Dabei habe ich mich während des gesamten  Retreats immer himmelwärts bewegt. So kam dann auch das Licht, was ich als Christuslicht bezeichne. Ich habe es empfangen. Ich kann natürlich nicht sagen, das es das Christuslicht ist, doch habe ich es so gesehen und was mir auch viel Heilung gebracht hat.

Im 2. Retreat bei dir Gertrud, ging die Bewegung genau umgekehrt. Ich öffnete mich nach unten. Die Bewegung ging zur Mutter Erde hin. Von ihr kam dann auch eine große  Heilung. Der gesamte Prozeß war dann auch sehr dunkel, schwarz, warm und  einhüllend. Jetzt beim 3 .Retreat bei dir war es so, das ich mich die ganze Zeit so gefühlt habe als ob ich in der Mitte bin. Ich bin in einer Höhle, der Prozeß ist warm, dunkel und einhüllend, umarmend und beschützend. Ich wandere nicht nach unten und auch nicht nach oben, sondern ich bin auf der Ebene der Mitte. Es ist eine ganz starke, heilende Energie um mich herum und auch in mir. Ich spüre die Heilung mehr als eine Vereinigung von oben und unten. Es ist nicht diese ganz dunkle Heilung und auch nicht das Licht, was so von oben kommt und so sanft berührt, sondern es ist eine Umarmung, die ist ganz leicht, sanft, angenehm und einfach fantastisch schön.

Gertrud:

Ich spüre dich so ganz präsent. Weit nach unten und oben geöffnet und so ganz da in der Mitte

Ambet:

Die täglichen Gespräche mit dir Gertrud tragen enorm dazu bei, das alles  viel klarer wird, das die Gedanken sich kristallisieren. Ich höre auch die Worte, die du sprichst viel klarer, viel deutlicher, viel klingender, viel schärfer auf einen Punkt gebracht. Die Worte werden nicht durch optische Reize abgelenkt.
Ich nehme die Worte  durch alle Kanäle auf und auch die eigenen Worte nehme ich durch diese  Kanäle wahr. Die Worte klingen auch in den Zellen, sind im Körper spürbar.

Gertrud:

Was erfährst du zwischen den Gesprächen? Liegst du da und schläfst?

Ambet:

Bei mir ist das oft so, das die Tagesenergie in der Dunkelheit ganz anders  fühlbar ist als die Nachtenergie. Am Tag kuschele ich mich in die Betten ein, fühle mich wohl, spüre meinen Gedanken nach, träume, dämmere und schlafe. Es gibt z.b. Phasen in der Nacht, wo die Energie ganz anders ist. Die weckt dann ganz andere Geister in mir. Da werde ich mir in der Dunkelheit dann ganz klar, was verfolgt mich, was für Dämonen jagen mich, was für Worte, was für Sätze verfolgen mich, was für Gedanken sind besitzergreifend und besitzend. Ich fühle mich dann auch manchmal  besessen von solchen Gedanken. Das tritt sehr oft in der Nacht auf im  Retreat. Hier kann ich dann diese Gedanken ganz anders klar beobachten.

Nicht das das angenehm ist. Hier kann ich dann erforschen, wo sind Bereiche, wo ich viel Defizite habe, weil diese Besessenheit genau in diesen Bereichen auftritt. Heute Nacht war ich wachgelegen und war auch ganz ruhig. In den Nächten vorher war das ganz anders. Meine Gedanken nahmen fast Besessenheitscharakter an. Ich schaukle dann im Stuhl, singe Mantren um  mich zu beruhigen. Sehr häufig kommt es dann zu sehr konstruktiven Prozessen. Manchmal schlafe ich dann auch wieder ein und kann dann am  Morgen mit dir Gertrud, im Gespräch, diesen konstruktiven Faden gleich  wieder aufnehmen, manchmal darüber sprechen, manchmal stärker klären. So  verläuft ungefähr die Nacht und der Tag in der Dunkelheit. Die große  Klarheit, die ich hier erlange, kommt wohl aus meiner Seele, doch auch aus dem Universum und aus der Mutter Erde. Ich glaube, das alles zusammen hängt, da wir uns über unser Herz mit  der Mutter Erde und dem Himmel zu einer Energie verbinden. Aus dieser Verbindung kommt dann die Klarheit, die sehr viel stärker ist als die  Klarheit, die ich z.b. aus einer Therapiesitzung kannte. Es ist eine  gewachsene Klarheit, die wie ein Baum gewachsen ist, die Saat ist  aufgegangen und daraus ist ein Baum gewachsen. Es ist auch gar nicht nötig ,das man in der Dunkelheit Übungen ausführt. Im Alltagsleben meditiere ich regelmäßig. Hier in der Dunkelheit "bin ich, also brauche ich keine Übungen um zu sein, da ich ja bin."

Gertrud:

Danke für das Gespräch!

Christian war 5 mal bei mir in der Dunkelheit,

jeweils für 7, 10, 10, 10 und 9 Tage. 

 

Gertrud:

Warum hast du die Dunkelheit gewählt?

Christian:

Ich mache schon einige Jahre Meditation und habe den Eindruck mit Mediation nur kleine Schritte machen zu können. Es gab die Besonderheit, das ich in einem Kloster von einer anderen Person von der Dunkelheit gehört  habe. Von dieser Möglichkeit habe ich mich sofort angesprochen gefühlt.  Dann habe ich mich gleich entschieden in die Dunkelheit zu wollen, wenn  es denn so eine Möglichkeit gibt. Ich habe dann für mich die Angebote  geklärt, die es in Deutschland gibt ein Dunkelretreat machen zu können  und habe mich dann entschieden bei dir Gertrud anzufragen.

Gertrud:

Welche Erfahrungen waren für dich die Wesentlichen?

Christian:

Meine  wesentlichen Erfahrungen waren: Eine ganz andere Dimension zu  erfahren, eine ganz, ganz hohe Intensität und die Begegnung mit der persönlichen Angst. Die war sehr, sehr groß. Doch gleichzeitig mit dem  Angstgefühl war da eine Erfahrung des vollkommenen Getragenseins. Das waren so die ersten Erfahrungen. Dazu kommen Begegnungen, die ich vorher Überhaupt nicht kannte.

Gertrud:

Was kanntest du vorher nicht?

Christian:

Die besondere Ersterfahrung war ungefähr nach 3 Tagen, das sich ein  dauerhaftes Licht bemerkbar machte. Ich hab mich gefragt, was dieses Licht wohl sein sollte. Es erschien in unterschiedlichen Intensitäten, an  unterschiedlichen Orten im Raum und unterschiedlich lange. Du hast mich  dann aufgeklärt, was es sein könnte. Die 2. Erfahrung, die ich machen konnte war, das ich eine komplette Erneuerung des Körpers erfahren  habe. Es kam quasi von aussen ein Tier, was dieses im Raum anwesende Licht in mein Herz getragen hat und von dort aus ist es in den ganzen Körper  gestrahlt. Es war ein unglaublich intensives Gefühl und ich spürte  gleichzeitig eine ganz große Verbundenheit. Diese Verbundenheit fühlte ich mit dem Licht im aussen und dem Licht im Inneren. Ein weiteres  starkes Gefühl war die Verbundenheit zur Erde. Das gipfelte in eine Flut  von wunderschönen Bildern der Erde, Vulkane, Berge, große Wasserfälle. Es lief in 3d vor mir ab und gleichzeitig war ich mittendrinn. Gefühlt ging das über 1 Tag lang. Danach kam dann eine lange Phase der Stille. In  dieser Stille war es wie ein Nachschwingen all dieser hochenergetischen  Erfahrungen. Ich muß betonen, das die Einzelgespräche mit dir Gertrud, dabei sehr behilflich waren, mit diesen Erfahrungen umgehen zu  können und sie auch wirken lassen zu können.
Das Erlebte wirkte auch sehr in den nachfolgenden Alltag.

Gertrud:

Was hat dich motiviert das Retreat noch mal zu machen ?

Christian:

Das war ein klares Gefühl aus dem Inneren, das ich es machen muss. Die  Erfahrungen in den bisher 5 Retreats waren immer wieder anders. Beim 2 mal gab es einen hohen Wechsel der Erfahrungen von großer Beunruhigung. Ich habe von ganz schrecklichen Schlachten geträumt und  wusste nicht, wie ich daraus kommen sollte. Es war ein großer Kampf. Alle  möglichen Dämonen verfolgten mich und trotzdem gelang es mir irgendwie  daraus zu kommen. Vieles löste sich auch im Schlaf. Im Gespräch mit dir  wurde es dann noch klarer, das ich nur ins Licht komme, wenn ich all die Dämonen, Ängste und Kämpfe annehme. Es war eine sehr schöne Erfahrung,  doch ursprünglich hat es mir große Angst gemacht.
Beim 2.Retreat hatte ich große leuchtende Erlebnisse. Es waren Bilderscheinungen mit sehr viel Farben. Es waren  weibliche Gottheiten, die unglaublich berührend waren in ihrer Schönheit  und mit all den Farben. Danach wechselte es wieder zu einem hellen, stillen Leuchten. Dies war eine ganz große Erfahrung für mich.

Gertrud:

Du hast sowohl das leuchtende, wunderschöne Weibliche als auch das dunkle Dämonische erfahren.

Christian:

Ja ,das hat eine große Auswirkung auf meinen Alltag genommen. Ich habe viel intensiver meditiert als sonst. Die Gestaltung des Alltags hat sich  auch verändert. Ich habe vielmehr kreative Momente gesucht und im Alltag  umgesetzt. Auch habe ich die Kreativität noch ganz anders aufleben  lassen. Es spielten Schönheit und Kreativität in dieser Zeit eine große  Rolle für mich.

Ergänzung zur persönlichen Erfahrung des Dunkelretreats:

 

Das wesentliche bei dem 3. Retreat war das Erleben von Personen, die mir bekannt sind und ich plötzlich Abbilder dieser Personen am Himmel sehen konnte in Form von Wolkengestaltung und Lichtveränderungen. Das war eine  große Besonderheit für mich. Dabei wurden mir in einer ganz kurzen Zeit  große Einblicke in die Seelen von Menschen gegeben, was für mich  ungeheuerlich wirkungsvoll war und ich damit ihre Schicksale ganz anders verstehen zu können.

Ein weiteres Erlebnis war ein Traum  voller Leiden. Doch plötzlich schaue ich zur Seite und da stand eine  Gestalt. Diese Gestalt offenbarte sich mir als mein innerer  Beobachter. Ich schaute mit den Augen des Beobachters auf dieses Leiden  und es war da, doch schmerzte es nicht mehr. Das Leid war da, doch hat es keinen Schmerz mehr in mir ausgelöst. Im Gespräch mit dir wurde es mir  klar, das ich meinen inneren Beobachter getroffen habe. Schaue ich aus  seiner Sicht auf das Leid, ist es da, doch macht es nichts mehr mit mir. In der Klarheit war er nach der Dunkelheit verschwunden, doch in  abgeschwächter Form ist er geblieben und war weiter im Alltag wirksam.

Dieses Betrachten des Leidens aus der Beobachterposition war ohne Emotionen doch voller Mitgefühl.

Dieses mal in der Dunkelheit habe ich eine ganz große Ruhe und Stille erfahren können. Ich fühlte mich mit der Dunkelheit ganz anders vertraut als die sonstigen Male. Es war viel weniger Angst da. Es kamen sehr viel  persönliche Themen hoch. Ich dachte, jetzt wird es ja fast  therapeutisch. Es ging um persönliche Ängste, Urerfahrungen. Es ging darum in wieweit ich sie verarbeitet habe und inwieweit mich vieles noch heute behindert. Eine Veränderung folgte dadurch, das die Dunkelheit es anders trägt, das Antworten wie von selbst aus der Dunkelheit kamen und  die Antworten mir bewußt wurden. Die Antworten flossen förmlich als helle Energie in meinen Körper und ich konnte die leidvollen Momente aus  meinem Leben komplett annehmen. Auch habe ich sehen können, das das alles zu meinem Leben gehört. Großer Frieden stellte sich ein.

Danke für das Gespräch

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